Motorsport Formel1
Vettel überzeugt mit Bestzeit, "Schumi" Siebter

Sebastian Vettel hat in der Formel 1 erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Der deutsche Formel-1-Debütant fuhr im BMW-Sauber zur Bestzeit am ersten Trainingstag in der Türkei. Michael Schumacher landete auf Rang sieben.

Auch Michael Schumacher war von der coolen Show des Newcomers Sebastian Vettel im Glutofen von Istanbul begeistert. Der 19-Jährige raste im BMW-Sauber bei seinem Debüt als Freitags-Testfahrer sensationell zur Trainings-Bestzeit und drängte für einen Moment selbst den Zweikampf um den WM-Titel in den Hintergrund. Schumacher lag als Siebter im ersten Test für den Großen Preis der Türkei am Sonntag (14 Uhr Mesz/RT und Premiere live) aber fast eine Sekunde vor dem auf Rang 13 abgeschlagenen Weltmeister Fernando Alonso.

Schumacher: "Sebastian hat einen super Job gemacht"

"Auto und Reifen funktionieren sehr gut. Die Hitze ist gut für uns, und Renault macht hier bislang nicht so einen starken Eindruck", erklärte Schumacher zufrieden. Dann lobte er Sebastian Vettel in den höchsten Tönen: "Ich habe ihn auf der Strecke beobachtet, hat einen super Job gemacht. Er hat sein Talent in allen Kategorien gezeigt und wird seinen Weg machen. Klasse, dass er aus der Heimat kommt."

Der siebenmalige Weltmeister war in der Gesamtwertung der beiden Trainingsstunden in 1:28,777 Minuten deutlich langsamer als das wohl größte Talent des deutschen Motorsports, das mit weniger Sprit zur Traumzeit von 1:28,091 Minuten raste. Das Formel-1-Greenhorn ließ Schumachers Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa (Brasilien/1:28,164) und den Finnen Kimi Räikkönen (1:28,315) im Mclaren-Mercedes hinter sich. "Das ist Superklasse, aber das Ergebnis überrascht mich selbst. Es ist ein richtig gutes Gefühl", erklärte Vettel und klatschte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ab.

In der Boxengasse geblitzt

"Das mit der Bestzeit war nicht geplant, aber es rundet Sebastians hervorragende Leistung ab", lobte Theissen. Wenige Wochen nach seinem Abitur (Note 2,8) war Vettel so schnell, dass er sogar in der Boxengasse geblitzt wurde und eine Strafe von 1 000 Dollar aufgebrummt bekam. Gleich nach seinem bis auf zwei Ausrutscher fehlerfreien Galaauftritt wurde er zu einer in der Formel 1 seltenen Dopingkontrolle gebeten. Vettel nahm es mit leuchtenden Augen ganz gelassen: "Ich habe die Sache auf der unbekannten Strecke ganz gut hinbekommen. Was in der Formel 1 abgeht, ist unbeschreiblich."

Seinen größten Traum, einmal schneller als Schumi zu sein, erfüllte sich Vettel damit gleich beim ersten Kräftemessen. Im Rennen darf "Schumi Junior" aber (noch) nicht dabeisein - dort geht Michael Schumacher nach den Trainingseindrücken als Favorit in den zweiten Türkei-Grand-Prix vor 120 000 Fans.

Alonso abgeschlagen

Der Spanier Fernando Alonso landete ohne den vom Automobil-Weltverband FIA verbotenen Schwingungsdämpfer in 1:29,741 Minuten im chancenlosen Mittelfeld, Schumachers Rückstand von zehn Punkten in der WM-Wertung könnte weiter schmelzen. Der Rekord-Champion ist optimistisch: "Ich denke, wir können um den Sieg fahren. Es ist schon erstaunlich, wie viel Boden Renault in den letzten Rennen verloren hat."

Bester deutscher Stammfahrer war Ralf Schumacher (Kerpen) im Toyota als Sechster in 1:28,614 Minuten. Nick Heidfeld (Mönchengladbach/1:29,780) im BMW-Sauber als 14. und Nico Rosberg (Wiesbaden/1:31,015) im Williams auf Platz 24 konnten nicht überzeugen. Größtes Thema neben Vettels Überraschungs-Bestzeit war wieder einmal die Zukunft von Michael Schumacher und die Dissonanzen mit Arbeitgeber Ferrari.

Nachdem Schumacher angedeutet hatte, die Entscheidung über seinen möglichen Rücktritt noch weiter hinauszögern zu wollen, bestätigten die "Roten" demonstrativ den Termin der Fahrer-Vorstellung für das Rennen am 10. September in Monza. "Für Ferrari hat sich nichts geändert", sagte Ferrari-Presseprecher Luca Colajanni am Rande des Großen Preises der Türkei dem Sport-Informations-Dienst (sid).

© SID

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