Motorsport Formel1
Vettel will "einfach nur Spaß am Fahren haben"

Sebastian Vettel wird bereits als neuer "Schumi" gefeiert. Nach seiner zweiten Trainingsbestzeit beim zweiten Formel-1-Einsatz will der 19-Jährige von Vergleichen dieser Art jedoch nichts wissen.

Nach seiner zweiten Trainings-Bestzeit im BMW-Sauber beim zweiten Formel-1-Einsatz in Monza wird der schnelle Sebastian Vettel mit Lobeshymnen überhäuft. Vergleiche mit Michael Schumacher mag der neue "Schumi" jedoch überhaupt nicht. "Michael ist eine Legende, über die man noch in 50 Jahren sprechen wird", sagte der 19-Jährige: "Ich will jetzt nicht der neue Star werden, ich will einfach Spaß am Fahren haben." Den festen Testfahrerjob für 2007 dürfte er sicher haben, und ein Renn-Cockpit ist ebenfalls in Reichweite.

"Sehe mich nicht als Hoffnungsträger"

Vettel hat mit seinem phänomenalen Einstieg in die Königsklasse zum richtigen Zeitpunkt für Furore gesorgt. Die Formel 1 diskutiert wegen des bevorstehenden Ausstiegs von Michael Schumacher über die Nachfolge des siebenmaligen Weltmeisters, und der smarte Lockenkopf kommt da gerade recht. "Ich verstehe die Situation. Aber ich sehe mich jetzt nicht als Hoffnungsträger oder gar neuen Schumacher", sagt der Teenager.

Gegen die Vergleiche kann er sich aber nicht wehren, und mit dem neuen Erwartungsdruck geht der Abiturient mit einem Schnitt von 2,8 souverän um. Immer wieder erzählt er die Geschichte, wie ihn Michael Schumacher 1996 bei einem Kartrennen abgewinkt hat, und dass in seinem Zimmer in Heppenheim einmal ein Plakat von "meinem Idol" hing.

Michael Schumacher selbst, der in Monza beim zweiten Duell der Generationen mit mehr Benzin an Bord zum zweiten Mal hinter Vettel lag, lobt den Neuling: "Sebastians Leistung überrascht mich nicht. Er hat seine Klasse bestätigt."

Das ist natürlich auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen aufgefallen. Vettel sei "trotz seines jungen Alters der Aufgabe in der Formel 1 absolut gewachsen". Trotzdem ist nicht sicher, ob er bei den restlichen drei Formel-1-Rennen den Freitags-Testfahrerjob bekommt. "China, Japan, Brasilien - das wäre natürlich toll in Übersee, selbst als Tourist", meint Vettel. Im nächsten Jahr dürfte er auf jeden Fall erste Wahl als dritter Pilot bei BMW sein, und eine Beförderung zum Stammpiloten irgendwo in der Formel 1 scheint nur eine Frage der Zeit.

Theissen kann sich zwei deutsche Piloten vorstellen

"Ich könnte mir gut vorstellen, auch zwei deutsche Piloten zu haben", sagt Theissen in Anspielung auf den Platz neben Nick Heidfeld: "Die Leistung entscheidet." Der zweite Vettel-Förderer Red Bull hat ebenfalls Ansprüche auf das Supertalent angemeldet, aber BMW beansprucht das Vorgriffsrecht. Vettel selbst ist vor allem eins wichtig: "Ich will so schnell wie möglich Formel-1-Rennen fahren. Es ist nicht so toll, wenn man Samstag und Sonntag zuschauen muss."

Und wie heiß Vettel auf die Formel 1 ist, lässt sich auf seinen "Strafzetteln" ablesen. In Monza wurde er wie bereits in Istanbul in der Boxenstraße geblitzt und musste 3 500 Dollar aus eigener Tasche zahlen. Vettel: "Dafür muss ich das Konfirmationsgeld nehmen."

© SID

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