Motorsport Formel1
Villeneuve drängt auf neuen Vertrag bei BMW

Jacques Villeneuve denkt derzeit gar nicht ans Aufhören. Der ehemalige Weltmeister ist wieder heiß auf die Formel 1 und will unbedingt weiter für sein derzeitiges Team BMW ins Cockpit steigen.

Zwar wäre Jacques Villeneuve auch abseits der Rennstrecke keineswegs beschäftigungslos, immerhin wird der Frischverheiratete bald Vater und bringt seine erste Single auf den Markt, aber an Rücktritt denkt der BMW-Pilot keineswegs. Vor seinem Heim-Grand-Prix am Sonntag (19 Uhr Mesz/live in RTL und Premiere) in Montreal auf dem nach seinem legendären Vater Gilles benannten Stadtkurs fordert der Ex-Weltmeister eine Fortsetzung seiner Arbeit mit seinem deutschen Formel-1-Teamkollegen Nick Heidfeld.

"Ich habe nur einen Vertrag bis Ende des Jahres, aber ich würde gern mit diesem phantastischen Auto weiterfahren", sagt der 35-Jährige. Der Kanadier, der mit dem Austritt aus der Fahrergewerkschaft Gpda gerade gegen die umstrittene "Straßensperre" von Intimfeind Michael Schumacher aufbegehrt hat, macht in den gerade begonnenen Verhandlungen Druck: "Es wäre besser, nicht zu lange zu warten, weil das die Arbeit behindert." Tatsächlich scheint eine Verlängerung des Kontraktes bei BMW-Sauber für den vor Jahresfrist schon abgeschriebenen Champion von 1997 nicht mehr ausgeschlossen.

Theissen: "Jacques übertrifft alle Prognosen"

"Jacques übertrifft alle die Prognosen seiner Kritiker. Er ist hoch motiviert und wieder in Topform", sagt BMW-Motorsportchef Mario Theissen dem sid. Obwohl Villeneuve in vier von acht Saisonrennen - und damit genauso oft wie "Quick Nick" Heidfeld in die Punkte raste - muss er sich aber noch gedulden. "Wir werden uns nicht vor dem Saisonende mit der Fahrerpaarung für 2007 beschäftigen", sagt Theissen. Villeneuve hat auf das Pokerspiel mit der Ankündigung reagiert, sich auch anderswo umschauen zu wollen.

Er ist längst nicht mehr in der Zwangslage des vergangenen Winters, als er wegen schwacher Leistungen im Sauber-Boliden schon mal als überalterte und arbeitsscheue "Rennschnecke" beschimpft wurde. "Jetzt wissen alle, dass ich keine schlechte Arbeitsmoral habe und so schnell wie früher bin", sagt Villeneuve. Und auch sein Playboy-Image abseits der Piste hat sich gewandelt. "Villeneuve ist getragen von einer neuen Ernsthaftigkeit", schrieb die Zeitung "La Press" und widmet ihm vor dem Grand Prix die ersten vier Sportseiten.

Einstiger Heißsporn ist gezähmt

Die schöne Johanna hat den Feuerkopf von einst "gezähmt". "Heiraten, Familie gründen - da läuft das Leben halt nicht mehr 100 Prozent wie vorher. Mich beruhigt die neue Situation", sagt Villeneuve, der seine schwangere Ehefrau erstmals mit in seine Heimat gebracht hat. In seinem Restaurant "Newtown" in Montreal wird gerade die erste Single des kleinen Mannes mit der Brille mit dem Titel "Accepterais-tu?" (Nimmst du das hin?) verkauft. Die Kritiker finden das teils von Villeneuve selbst geschriebene und besungene Album als "nichts Besonderes". Sie empfehlen ihm, lieber weiter Rennen zu fahren.

© SID

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