Motorsport Formel1
Weber: "Michael wird nie Teamchef"

Manager Willi Weber hat ein Formel-1-Comeback von Michael Schumacher kategorisch ausgeschlossen. Auch werde sein Schützling "nie Teamchef, um mit dem gleichen oder mehr Stress zurückzukehren".

Die Ära Michael Schumacher in der Formel 1 ist definitiv vorbei: Kein Teamchef, kein eigenes Team und definitiv auch kein Comeback. Manager Willi Weber hat wenige Tage vor dem Start in das Jahr eins nach Michael Schumacher ein Machtwort gesprochen und alle Spekulationen über die Zukunft seines Schützlings beendet.

"Michael vermisst die Formel 1 nicht", sagte Weber vor dem Auftaktrennen am Sonntag (4.00 MEZ/live bei Premiere und RTL) in Melbourne in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid). Allerdings sei der Früh-Rentner vor dem Saisonstart wie jeder in der Szene aufgeregt. Weber: "Ganz ohne Motorsport geht es nach sieben WM-Titeln halt nicht. Er wird sicher telefonisch Kontakt mit dem Ferrari-Team halten." Den Australien-Grand-Prix wird sich Schumacher laut Weber in der Nacht daheim in der Schweiz vor dem Fernseher anschauen.

"Ein Comeback ist kein Thema"

Zunächst sei er ein bisschen traurig gewesen, als sich sein Schützling zum Rücktritt entschlossen habe, aber jetzt sei er froh, dass er mit dem Jetlag und all dem Stress nichts mehr zu tun habe, erzählt Weber: "Michael geht es genauso. Er kann endlich das tun, was er schon immer tun wollte. Er sieht seine Kinder aufwachsen, besucht Freunde und Verwandte." Für Weber macht Schumacher einen zufriedenen Eindruck. Deshalb steht für den Manager fest: "Ein Comeback ist kein Thema."

Behauptungen, dass Schumacher schon der heimliche Teamchef bei Ferrari sei, sind für Weber eine reine Erfindung. "Michael wird nie Teamchef. Es war sicherlich nicht Sinn und Zweck, aus der Formel 1 auszusteigen, um mit dem gleichen oder mehr Stress zurückzukehren", sagt der Manager und Freund.

Schumacher werde schon aufgrund seines Jobs als Berater eng mit Ferrari zusammenarbeiten, mehr auch nicht, betont Weber: "Ganz sicher wird man ihn in diesem Jahr auch mal bei dem einen oder anderen Formel-1-Rennen an der Strecke sehen." Man könne nicht 16 Jahre mitfahren und dann einfach so alles ablegen. Der Motorsport liege "dem Michael im Blut".

Dass Schumacher unlängst mit dem angeblichen Kauf eines eigenen Teams für Wirbel sorgte, kann Weber überhaupt nicht verstehen, auch wenn er diese Gerüchte selbst ins Leben gerufen hat. "Ich habe das mal als spaßigen Einwurf gemacht, aber das kommt überhaupt nicht in Frage. Michael wird kein Teamchef, und er wird auch kein eigenes Team haben", sagt der Manager.

Weber sieht Ferrari als Favorit

Nach Webers Ansicht geht Ferrari mit dem Schumacher-Nachfolger Kimi Räikkönen als Favorit in die Saison. Dahinter erwarte er Teams wie Mclaren-Mercedes mit Weltmeister Fernando Alonso und BMW-Sauber. Er sehe auch einige gute deutsche Piloten, aber die würden nicht über das Material verfügen, um ganz vorn anzugreifen. Weber: "Die besten Chancen hat Nick Heidfeld, das ist jemand, den man auf der Rechnung haben muss."

Vermissen werde man Schumacher in den ersten Monaten in jedem Fall, wie die Sportchefs Norbert Haug (Mercedes) und Mario Theissen (BMW) im sid-Doppelinterview sagten. "Der Charakterdarsteller Nummer eins, der Hauptdarsteller, ist einfach nicht dabei", meint Theissen. Er glaube aber auch, dass sich dieses Gefühl sehr schnell legen werde: "Erstens hat es das immer schon gegeben, dass große Stars aufgehört haben. Und zweitens drängen eine Menge junger Talente nach."

Theissen: "Glaube nicht, dass er zurückkehrt"

Laut Theissen könne es aber endlos dauern, bis irgendwann ein neuer "Schumi" aufgebaut worden ist: "Es ist einzigartig gewesen, was Michael geschafft hat. Ich glaube, man tut keinem einen Gefallen, ihn mit Schumacher zu vergleichen." Laut Haug könne man ohne den zurückgetretenen Superstar über die Runden kommen, dann nämlich, wenn die Silberpfeile wieder siegen, "denn das würde deutliche Akzente setzen".

Dass Schumacher irgendwann in die Formel 1 zurückkehren könnte, ist für Haug spekulativ, der Mercedes-Sportchef sagt aber auch: "Ich fände das zwar toll, doch erstmal sollte respektiert werden, dass er aufgehört hat." Und wenn Schumacher Lust haben sollte, gäbe es laut Haug "keine bessere Idee, als mit einem Fiat- oder Alfa-Romeo-Team in die DTM einzusteigen." Für Theissen steht dagegen fest: "Ich glaube wirklich nicht, dass er zurückkehrt."

© SID

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