Motorsport Formel1
Williams holt Hülkenberg als Stammfahrer

Nachdem Nico Hülkenberg schon ein Jahr als Testfahrer für Williams tätig war, erhält der 22-Jährige beim britischen Rennstall nun ein Stammcockpit für die Formel-1-Saison 2010.

GP2-Champion Nico Hülkenberg hat den Sprung in die Formel 1 geschafft. Der Schützling von Michael Schumachers Manager Willi Weber steigt beim britischen Williams-Team vom Testfahrer zum Stammpiloten auf und fährt dort 2010 an der Seite von Routinier Rubens Barrichello aus Brasilien. Damit könnte im Idealfall die deutsche "Kolonie" in der "Königsklasse" auf sechs Fahrer anwachsen.

"Ich weiß es schon seit ein paar Tagen, da konnte ich mich schon auf dieses Gefühl vorbereiten", sagte Hülkenberg am Montag dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Ich bin super froh, dass sich die ganze Arbeit, die man in den vergangenen Jahren reingesteckt hat, ausgezahlt hat." In seinem ersten Formel-1-Jahr will er jetzt auf sich "aufmerksam machen und konstant gute Leistungen bringen".

"Das richtige Team ausgewählt"

"Gott sei Dank ist es jetzt endlich raus", sagte Weber am Montag dem Sport-Informations-Dienst (SID), nachdem Williams offiziell seine Fahrerbesetzung für das nächste Jahr bekannt gegeben hatte. "Wir freuen uns sehr, denn ich glaube, dass wir das richtige Team ausgewählt haben", sagte Weber, der nach dem siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher (91 GP-Siege) und dessen Bruder Ralf (sechs Siege) nun den dritten Fahrer in die "Königsklasse" gebracht hat.

Durch den 22 Jahre alten Speditionskaufmann Nico Hülkenberg aus Emmerich am Niederrhein fühlt sich der Schwabe in vielen Dingen an Michael Schumacher erinnert. "Jetzt bekommt er endlich die Chance, zu zeigen, was für ein großes Talent er ist", sagte Weber.

Hülkenberg als Praktikant unterwegs

"Nico Hülkenberg hat in dieser Saison als Rookie die GP2-Serie gewonnen und hatte zuvor bereits Titel in der Formel-3-Euroserie, dem Formel-3-Masters, der A1gp-Serie und der deutschen Formel BMW gewonnen", sagte Teamchef Sir Frank Williams, der den Rheinländer als Nachfolger von Nico Rosberg (Wiesbaden) verpflichtete, Zudem hatte es Sir Frank und Teamchef Sam Michael beeindruckt, dass Hülkenberg als Praktikant ohne Bezahlung in verschiedenen Abteilungen der Fabrik mitgearbeitet hat, um die Abläufe kennenzulernen.

Neuer Lehrmeister des jungen Rheinländers wird der 37 Jahre alte Barrichello, der seinen Platz beim Weltmeisterteam Brawn vermutlich für Rosberg räumt. "Rubens muss man nicht mehr vorstellen. Er ist nicht nur der erfahrenste Fahrer in der Formel 1, sondern auch ein hingebungsvoller und talentierter Pilot, der in diesem Jahr hart um die WM gekämpft hat", sagte Williams. "Rubinho" hat 285 Rennen auf seinem Konto und will 2010 in seiner insgesamt 18. Saison die Schallmauer von 300 Grand Prix durchbrechen.

"Nico kann von Rubens lernen"

Weber kennt den Brasilianer aus gemeinsamen Zeiten mit Michael Schumacher bei Ferrari sehr gut. "Rubens ist ein super Rennfahrer, von dem Nico sicher viel lernen kann", sagte der Manager, der sich in diesem Jahr über den souveränen Gesamtsieg in der GP2-Serie freuen durfte. Den Sprung als GP2-Champion in die "Königsklasse" hatten vor Hülkenberg 2006 Nico Rosberg, 2007 Lewis Hamilton und 2008 Timo Glock geschafft. Wenn auch Glock (Wersau), Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Adrian Sutil (Gräfelfing) neue Verträge für 2010 unterschreiben, wären sechs Deutsche im Starterfeld.

Schon als 13-Jähriger erfolgreich

Bereits als 13-Jähriger gewann Hülkenberg die deutsche Junioren- und ein Jahr später die deutsche Kart-Meisterschaft. Damit war der Weg für eine erfolgreiche Formel-Karriere geebnet. Der Rheinländer bestätigte sein großes Talent 2005 in der Formel BMW, die er in seiner ersten Saison mit neun Trainingsbestzeiten und acht Rennerfolgen als Gesamtsieger beendete.

Sein großes Können zeigte Hülkenberg im Winter 2006/2 007, als er von Weber in dessen A1-Team-Germany berufen wurde und auf Anhieb den Titel im Nationen-Weltcup des Motorsports gewann. 2007 folgte dann der nächste Schritt auf der Karriereleiter mit dem dritten Platz in der Formel-3-Euroserie, die Hülkenberg ein Jahr später als erster Deutscher gewann und sich damit für den Testfahrer-Job bei Williams empfahl.

© SID

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