Motorsport Formel1
Winkelhock-Debüt weiter offen

Der Formel-1-Rennstall Spyker hat noch nicht entschieden, wer beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring das zweite Cockpit neben Adrian Sutil einnehmen wird. Markus Winkelhock hofft dabei auf sein Debüt.

Weiter in der Warteschleife hängt Markus Winkelhock. Das niederländische Spyker-Team hat noch nicht entschieden, ob der 27-Jährige aus Berglen-Steinach am Wochenende beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) sein Formel-1-Debüt geben wird.

"Es ist definitiv noch keine Entscheidung gefallen", sagte Spyker-Teamchef Colin Kolles am Dienstagmittag dem sid. Zuvor hatte es bereits Meldungen gegeben, dass Winkelhocks Einsatz an der Seite von Adrian Sutil (Gräfelfing) anstelle des in der vorigen Woche entlassenen Christijan Albers (Niederlande) bereits perfekt sei. Kolles stellte allerdings eine Entscheidung für den Dienstagabend oder den Mittwochmorgen in Aussicht.

Erstes Rennen in Deutschland "wäre absolut perfekt"

Sollte es mit der Formel-1-Premiere ausgerechnet in der Eifel klappen, würde für Winkelhock ein Traum in Erfüllung gehen. "In Deutschland mein erstes Rennen zu fahren, wäre absolut perfekt und etwas ganz Besonderes", sagte Winkelhock dem sid.

Winkelhock ist bei Spyker Testfahrer und war zuletzt in der DTM bei Audi dreimal als Ersatzmann eingesprungen. Am vorigen Sonntag belegte er in Mugello den neunten Platz und verpasste knapp die Punkteränge - in einem Auto des Privatteams von Colin Kolles.

"Die Umstellung von der DTM zur Formel 1 wäre natürlich sehr groß", meinte Winkelhock, er wäre aber dennoch zuversichtlich für einen Einsatz am Wochenende, da er die Rennstrecke sehr gut kennt: "Der Nürburgring war schon immer meine Lieblingsstrecke, ich bin auch in der Formel drei dort gut gefahren."

Wenige Testkilometer im Formel-1-Wagen

Seine Streckenkenntnis würde ihm zudem helfen, da er in dieser Saison erst wenige Testkilometer im Formel-1-Auto absolviert hat. In der vorigen Woche bei Testfahrten in Spa saß noch Honda-Testpilot Christian Klien (Österreich), 2006 noch für Red Bull unterwegs, im orange-farbenen Spyker-Ferrari.

Falls der Schwabe beim Heimspiel fahren darf, würden zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem US-Grand-Prix in Indianapolis am 17. Juni fünf deutsche Fahrer an den Start gehen. Damals war neben den Stammpiloten Ralf Schumacher (Kerpen), Nick Heidfeld (Mönchengladbach), Nico Rosberg (Wiesbaden) und Sutil bei BMW-Sauber Sebastian Vettel (Heppenheim) anstelle des verletzten Robert Kubica (Polen) zum Einsatz gekommen.

Winkelhock, der im vergangenen Jahr als Freitagstester beim Spyker-Vorgängerteam Midland erstmals an Formel-1-Wochenenden auf der Strecke war, würde mit einem Renn-Einsatz zudem seinem Vater Manfred nacheifern, der zwischen 1982 und 1985 insgesamt 47 Rennen in der Königsklasse fuhr, dann aber am 11. August 1985 bei einem Sportwagenrennen in Mosport/Kanada tödlich verunglückte.

Deshalb hatte Markus' Mutter Martina seine Karriere zunächst auch mit "gemischten Gefühlen" gesehen. "Am Anfang war sie nicht begeistert, mittlerweile hat sie sich damit abgefunden. Auf der einen Seite hat sie Angst, auf der anderen ist sie stolz", sagte Winkelhock, der an seinen Vater nur noch wenige Erinnerungen hat. "An den Menschen kann ich mich nicht mehr erinnern. Da ist er für mich wie eine fremde Person, auch wenn ich alte Fernsehbilder oder alte Interviews von ihm sehe", sagte Winkelhock, der beim Unfall seines Vaters fünf Jahre alt war.

© SID

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