Motorsport
Frankreich hofft auf Rückkehr in die Formel 1

Zu wenig Glamour, zu weit weg von Paris: Nach dem Aus für das Rennen in Magny-Cours soll ein Streckenneubau in der Nähe der Hauptstadt den Renn-Boss Bernie Ecclestone überzeugen. Doch das Vorhaben steht auf der Kippe.

PARIS. Frankreichs Premierminister François Fillon ist begeisterter Motorsportfan. Er fährt selbst Rennen - und daher ist es ihm ein persönliches Anliegen, dass sein Land einen Formel-1-Wettbewerb veranstaltet. Doch dieses und nächstes Jahr wird der Rennzirkus nicht in Frankreich Halt machen. Das Rennen in Magny-Cours wurde aus dem Kalender gestrichen, der französische Motorsport-Verband hat sich zurückgezogen.

Bernie Ecclestone, der mächtige Chef des Rechte-Inhabers Formula One Management, soll Magny-Cours nie gemocht haben - zu weit weg von Paris, zu wenig Glamour. Er fordert eine Strecke in der Nähe der französischen Hauptstadt. Doch von ursprünglich sechs Projekten ist nur noch eines im Rennen: Der Kurs im Landkreis Yvelines, 35 Kilometer nordwestlich von Paris.

Für die Rolle des Veranstalters interessiert sich Lagardère Sports. Die Sportrechte-Tochter des Medienunternehmens Lagardère wollte ursprünglich ein Rennen in der Nähe von Eurodisney organisieren - vor den Toren der Seine-Metropole. Dazu hatte sich das Unternehmen sogar schon mit dem Freizeitpark-Betreiber zusammengetan. Die Firmen wollten das Vorhaben mit Hilfe des Staates finanzieren - als Public-Private-Partnership. Mit Ex-Weltmeister Alain Prost unterstützte auch eine prominente Galionsfigur das Projekt. Doch dann scheiterte das Konzept am Einspruch der Anwohner-Gemeinden, die eine Lärmbelästigung durch den Rennzirkus befürchteten.

Nun hofft Pierre Bédier, Präsident des Departements Yvelines, mit dem "Vallée de l'automobile" (Das Tal des Autos) auf seine Chance: "Unser Projekt folgt einer industriellen und sportlichen Logik", sagt er und verweist darauf, dass in seinem Landkreis Renault und PSA Peugeot Citroën bereits Fabriken und Forschungseinrichtungen betreiben. Die Automobilbranche ist der größte Steuerzahler des Departements - daher hatte Bédier keine Probleme, ein Budget von 122 Mio. Euro für das Prestige-Projekt absegnen zu lassen.

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