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Hülkenberg folgt auf Rosberg, Hamilton und Glock

Nico Hülkenberg hat sich beim vorletzten Saisonrennen in Monza zum Champion der GP2-Serie gekrönt. Dem 22-Jährigen reichte beim Sieg des Brasilianers Luiz Razia ein dritter Platz.

Nico Hülkenberg hat den Titel in der GP2-Serie gewonnen und ist damit in die Fußstapfen von Nico Rosberg, Lewis Hamilton und Timo Glock getreten. Dem 22-Jährigen aus Emmerich genügte ein dritter Platz am Sonntag in Monza zum vorzeitigen Titelgewinn. Vor dem Saisonfinale in der kommenden Woche in Portimao hat der Rheinländer uneinholbare 22 Punkte Vorsprung auf den Russen Witali Petrow, der in Monza Fünfter wurde. "Ich bin cool geblieben. Jetzt ist die Birne gegessen", sagte er.

Hülkenberg dürfte damit seine Chancen auf ein Formel-1-Engagement deutlich gesteigert haben. Der Schützling von Michael Schumachers Manager Willi Weber ist bereits Testfahrer bei Williams und galt bei Ferrari bereits vor kurzem als möglicher Ersatz für den verletzten Felipe Massa. "Ich fahre Formel 1 nächstes Jahr - ich weiß nur nicht wo", sagte er am Sonntag. "Nico hat gezeigt, dass er reif für die Formel 1 ist", sagte auch Weber dem SID: "Wir verhandeln momentan mit einigen Teams, und dabei sieht es sehr gut aus. Ich gehe davon aus, dass Nico im kommenden Jahr in einem Formel-1-Auto sitzt."

Auf dem Podium verspritzte Hülkenberg schon mit routinierter Gelassenheit den Champagner. Nach einer Nullrunde zum Auftakt stand er insgesamt neunmal auf dem Podest, viermal davon als Sieger. Im ersten Rennen des Wochenendes am Samstag hatte er trotz einiger Ausrutscher den sechsten Platz und damit drei wichtige Meisterschaftspunkte gerettet.

Brasilianischer Doppelerfolg

Das Rennen am Sonntag gewann der erstmals in dieser Saison erfolgreiche Brasilianer Luiz Razia vor seinem Landsmann Lucas di Grassi. Von Hülkenbergs Vorgängern schafften der Wiesbadener Rosberg (2005), der Brite Hamilton (2006) und der Wersauer Glock (2007) den Sprung in die Formel 1. Der letztjährige Champion Giorgio Pantano (Italien) galt mit 30 Jahren als zu alt und schaffte den Aufstieg bislang nicht. Für das französische Team ART Grand Prix war es nach den Erfolgen mit Rosberg und Hamilton der dritte Titelgewinn in fünf Jahren.

Hamilton ist aber nicht unbedingt das Vorbild Hülkenbergs. Er steht mehr auf Fernando Alonso. "Er ist ein Spanier, das sind Temperamentsbomben. Hamilton ist als Engländer kühler. Ich bin dagegen eine deutsche Kartoffel", sagte er. Willi Weber war bereits aus Monza abgereist und verfolgte das Rennen daheim in Stuttgart vor dem Fernseher. "Ich freue mich natürlich riesig, dass er den Sack schon in Monza zugemacht hat. Man weiß ja, was in einem Saisonfinale alles passieren kann", sagte er.

Bereits als 13-Jähriger gewann Hülkenberg die deutsche Junioren- und ein Jahr später die deutsche Kart-Meisterschaft. Damit war der Weg für eine erfolgreiche Formel-Karriere geebnet. Der Rheinländer bestätigte sein großes Talent 2005 in der Formel BMW Deutschland, die er in seiner ersten Saison mit neun Trainingsbestzeiten und acht Siegen als Gesamtsieger beendete.

Hülkenbergs Aufstieg

Sein großes Können zeigte Hülkenberg im Winter 2006/2 007, als er von Weber in dessen A1-Team-Germany berufen wurde und auf Anhieb den Titel im Nationen-Weltcup des Motorsports gewann. 2007 folgte dann der nächste Schritt auf der Karriereleiter mit dem dritten Platz in der Formel-3-Euroserie, die Hülkenberg im vergangenen Jahr als erster Deutscher gewann. Als Belohnung wurde er von Sir Frank Williams als Testfahrer für sein Formel-1-Team verpflichtet.

Seinen bisher größten internationalen Erfolg feierte Hülkenberg, der eine Ausbildung zum Speditionskaufmann abgeschlossen hat, am 5. August 2007. Wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag gewann er damals das prestigeträchtige Formel-3-Masters im belgischen Zolder, bei dem traditionell die besten Fahrer Europas gegeneinander antreten. Spätestens mit diesem Triumph hatte er sich einen Eintrag in die Notizbücher von GP2- und Formel-1-Teamchefs gesichert.

© SID

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