Motorsport International
Hülkenberg: "Wer will nicht in die Formel 1?"

Im Interview mit dem SID spricht Formel-1-Testfahrer und GP2-Pilot Nico Hülkenberg über seine Chancen für die Formel 1 und die Vorteile der GP2-Serie. "Man kann hier viel lernen".

Nach dem Gewinn der Formel BMW 2005, dem Gesamtsieg mit dem deutschen Team in der A1-GP Serie 2006/07 und seinem Titel in der Formel-3-Euroserie 2008 will Nico Hülkenberg die GP2-Saison nutzen, um sich für einen Formel-1-Stammplatz zu empfehlen. Sein Manager Willi Weber glaubt: "Er hat das Potenzial, dass er da mitfahren kann". Vor dem ersten GP2-Rennen im Rahmen des Großen Preises von Barcelona spricht der Williams-F1-Testpilot mit dem SID über seine Zukunft in der Formel 1 und über das Sprungbrett GP2.

SID: "Sie gehen in Ihre erste Saison in der GP2-Serie, doch das soll möglichst die letzte Durchgangsstation auf dem Weg in die Formel 1 sein?"

Nico Hülkenberg: "Wer will nicht in die Formel 1? Ich will auch in die Formel 1, wenns geht, im nächsten Jahr. Aber das hängt immer stark von den Erfolgen ab, die man einfährt. Darum muss ich erstmal dieses Jahr hinter mich bringen, und dann wird sich das schon ergeben - oder auch nicht."

SID: "Ihr Manager Willi Weber sieht Sie im nächsten Jahr in einem Formel-1-Auto ..."

Hülkenberg: "Das ist schön, wenn er mich da sieht. Ich sehe mich da erst, wenn ich auch drinsitze."

SID: "Ist die GP2-Serie jetzt der richtige Schritt in die Formel 1?"

Hülkenberg: "Ich denke schon. Ich hätte mich auch bereit gefühlt, direkt aus der Formel-3-Euroserie in die Formel 1 zu gehen, aber diese Möglichkeit hat sich nicht ergeben. Deshalb ist die GP2 die beste Alternative, weil man hier noch einmal viel lernen kann. Es ist eine hart umkämpfte Serie."

SID: "Ist die Vorbereitung auf die Formel 1 jetzt noch besser, weil dort auch wieder mit profillosen Slicks gefahren wird?"

Hülkenberg: "Ob man mit Rillenreifen oder Slicks fährt, ist nicht der Riesen-Unterschied. Im Endeffekt ist es ein Rennauto, das man schnell fahren muss. Deshalb glaube ich nicht, dass es ein Vorteil ist, dass die GP2 mit Slicks fährt und die Formel 1 jetzt auch."

SID: "Wie man die GP2 perfekt als Sprungbrett nutzt, hat zuletzt 2007 Timo Glock gezeigt, der als Meister in die Formel 1 aufgestiegen ist. Ist das auch Ihr Idealbild für dieses Jahr?"

Hülkenberg: "Klar wäre das ideal. Meister werden und dann in die Formel 1 gehen, besser geht es ja nicht. Aber ich glaube, man muss nicht unbedingt Meister werden, um in die Formel 1 zu kommen. Man muss konstant gute Leistungen bringen, sich empfehlen und gute Rennen zeigen."

SID: "Wie wichtig ist es, Renn-Praxis zu behalten, wenn man als Formel-1-Testfahrer über den Sommer quasi arbeitslos ist?"

Hülkenberg: "Es ist schon sehr wichtig. Rennen fahren muss man. Wenn man als Rennfahrer mehrere Monate oder ein Jahr nicht fahren kann, dann rostet man ein. Ich halte davon gar nichts, und ich halte diese Regel auch nicht für gut. Nur Testfahrer zu sein, in der Box zu stehen und mit in die Briefings zu gehen, ist nicht ausreichend.'

© SID

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