Motorsport International
Schwarzes Renn-Wochenende für Timo Glock

Nach einer unglaublichen Pechsträhne ist der Vorsprung von Timo Glock in der GP2-Serie vor Lucas di Grassi (Brasilien) auf zwei Punkte zusammengeschmolzen (79:77). "Da fehlen mir die Worte", schimpfte Glock.

Der Vorsprung von BMW-Pilot Timo Glock (Wersau) ist nach einer schier unglaublichen Pechsträhne in der GP2-Serie vor dem Brasilianer Lucas di Grassi auf zwei Punkte zusammengeschmolzen (79:77). "Dazu kann man einfach nichts mehr sagen. Da fehlen mir die Worte", schimpfte Glock nach dem völlig verkorksten Wochenende in Spa. Zunächst wurde Glock von der Technik im Stich gelassen, dann von einem Konkurrenten von der Strecke gerammt.

Bereits im ersten Rennen am Samstag war die Hoffnung auf den Titelgewinn schon vor dem Saisonfinale in Valencia (29. und 30. September) geplatzt, als Glock wegen eines Kupplungsproblems am Start stehenblieb und nur einen Extrapunkt für die schnellste Runde rettete. Am Sonntag kam der 25-Jährige gar nicht erst bis zum Start, weil ihn der Argentinier Ricardo Risatti schon auf dem Weg in die Startaufstellung in die Leitplanke drückte.

"Ich weiß gar nicht, wo der hergekommen ist. Ich bin extra ganz außen gefahren", meinte Glock. Risatti hatte beim Reifenanwärmen die Kontrolle über sein Auto verloren und war gegen Glocks Boliden geschleudert. "Wahrscheinlich sollen wir den Titel nicht gewinnen, in dieser Serie muss man wohl eine Münze werfen, um den Meister zu ermitteln", meinte Glock und spielte damit auf die ständigen Kupplungsprobleme im Unterhaus der Formel 1 an: "Es ist unglaublich, dass man das nicht in den Griff bekommt."

Rivale Lucas di Grassi wurde zweimal Dritter

Dass Glock noch mit einem kleinen Polster nach Valencia fliegen kann, liegt daran, dass di Grassi bei den Siegen von Nicolas Lapierre (Frankreich) und des Inders Karun Chandhok lediglich zweimal Dritter wurde.

Zudem verdankt es der Hesse einem Entgegenkommen von BMW-Sauber, dass er in Spanien überhaupt antreten kann. Denn die Münchner haben ihn von seinen Pflichten als Ersatzfahrer beim gleichzeitig stattfindenden Großen Preis von Japan in Fuji freigestellt.

"Daran hatte ich eigentlich nicht geglaubt, weil es für BMW ein gewisses Risiko ist", hatte Glock vor dem Rennen in Spa in einem sid-Gespräch gesagt. Für dieses Vertrauen hätte sich der Odenwälder, der in der Speed Academy der Deutschen Post auch in der Nachwuchsförderung engagiert ist, gerne mit dem vorzeitigen Titelgewinn bedankt.

Jetzt muss er in Spanien zittern, wenn er als GP2-Champion die Nachfolge von Nico Rosberg (Wiesbaden/2005) und Lewis Hamilton (Großbritannien/2006) antreten will. Wie diese beiden würde er danach gerne einen Stammplatz in der Formel 1 erobern. Kontakte zu Williams und Toyota bestehen, Glock hofft auf eine Entscheidung noch vor Valencia. BMW-Sauber würde ihn sonst gerne als Test- und Ersatzfahrer behalten.

© SID

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