Motorsport International
Senna: "Ein perfektes Pokerspiel"

Bruno Senna ist am Samstag beim Rennen in Barcelona zu seinem ersten Sieg in der GP2-Serie gefahren. Im Interview mit dem sid nimmt der Brasilianer zum Erfolg und den Vergleichen mit seinem verunglückten Onkel Stellung.

13 Jahre nach dem Unfalltod von Ayrton Senna sorgt der Neffe der brasilianischen Formel-1-Legende im Rennsport mehr und mehr für Furore. Am Samstag feierte Bruno Senna seinen ersten Triumph in der GP2-Serie und stand nach seinem Erfolg dem Sport-Informations-Dienst (sid) im Interview Rede und Antwort.

sid: "Sie haben nach einem riskanten frühen Boxenstopp Ihren ersten Sieg in der GP2-Serie geholt. War es Ihre Entscheidung, so früh den Pflichtreifenwechsel zu absolvieren, oder die des Teams?"

Bruno Senna: "Wir haben das gemeinsam entschieden. Als mir mein Renningenieur Mick Cook gesagt hat, ich solle reinkommen, habe ich ihn gefragt: Bist Du sicher? Er sagte ja, und wir haben es probiert. Es war ein perfektes Pokerspiel."

sid: "Wie waren Ihre Gefühle, als Sie ganz oben auf dem Siegerpodest standen und den Pokal zärtlich geküsst haben?"

Senna: "Das ist für mich noch schwer zu begreifen. Ich war so voll mit Adrenalin, dass ich gar nichts richtig mitbekommen habe. Als ich später meine Mutter getroffen habe, war sie erst sprachlos und hat dann viel Unsinn geredet."

sid: "Sie haben nach dem tödlichen Unfall Ihres Onkels Ayrton einige Jahre gewartet, bis Sie sich im relativ hohen Alter von 18 doch fürs Rennfahren entschieden haben. Ist jetzt die Formel 1 Ihr großes Ziel?"

Senna: "Nicht nur. Lediglich in einem Formel-1-Auto zu sitzen und einfach mitzufahren, ist nicht das, was ich will. Mein Ziel ist ein wettbewerbsfähiges Auto, mit dem ich möglichst Weltmeister werden kann."

sid: "Würden Sie sich in der Formel 1 als neuer Senna fühlen oder eher als der erste Bruno?"

Senna: "Ich bin Bruno. Jeder erwartet von mir, wie Ayrton zu sein. Ich versuche, nicht wie er zu sein. Ich versuche, meine eigene Karriere zu machen. Die Erwartung von manchen Leuten an mich, wie er zu sein, ist ein bisschen dumm. Ich mache meinen Job, und das läuft ganz gut. Mit der Zeit werden die Leute mehr und mehr meine Arbeit wahrnehmen als meinen Nachnamen."

© SID

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