Motorsport
Jean Todt ist neuer Formel-1-Präsident

Jean Todt ist der neue mächtigste Mann im Motorsport. Der frühere Ferrari-Rennleiter ist zum neuen Präsidenten des Automobilweltverbandes FIA gewählt worden. Er setzte sich in einer Stichwahl gegen Ari Vatanen als Nachfolger von Max Mosley durch. Die Entscheidung ist richtungweisend für die Zukunft der Formel 1.

HB PARIS. Jean Todt ist neuer Präsident des Automobilweltverbandes FIA. Der 63-jährige Franzose wurde am Freitag von der Generalversammlung in Paris gewählt. Todt löst den Briten Max Mosley ab, der seit 18 Jahren den Dachverband geführt hat. Der ehemalige Ferrari-Teamchef und -Geschäftsführer setzte sich bei der Abstimmung in einem Pariser Hotel gegen den finnischen EU- Parlamentarier und ehemaligen Rallye-Weltmeister Ari Vatanen aus Finnland durch. Todts Amtszeit dauert vier Jahre. Die 221 der Fia angeschlossenen nationalen Automobilklubs bestimmten den neuen Chef in einer Stichwahl.

In den vergangenen Wochen tobte zwischen beiden Kandidaten eine heftige Schlammschlacht. Nachdem Mosley offiziell seine Präferenz für Todt deutlich gemacht hatte, warf Vatanen dem Fia-Boss Parteilichkeit vor und drohte sogar mit dem Gang vor ein Gericht. Erst im letzten Moment wurde der Streit beigelegt. Die Rivalen versprachen einen fairen Wahlkampf.

Der neue Präsident wird für vier Jahre gewählt. Nach Umfragen war Todt der klare Favorit bei der Abstimmung. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, Rekord-Weltmeister Michael Schumacher und sogar Brasiliens Fußballidol Pelé machten sich offen für den Franzosen stark. Vatanen erhält Unterstützung von der Fahrergewerkschaft GPDA und der Teamvereinigung Fota. Viele Rennställe befürchten, dass Todt als künftiger Fia-Präsident nicht objektiv handeln werde und alte Weggefährten bevorzugen könnte.

Der bisherige Fia-Präsident Mosley hatte die Fia in seiner Amtszeit oft nach Gutsherrenart geführt. Zwar ist es ihm zu verdanken, dass die Formel 1 sicherer, umweltfreundlicher und billiger geworden ist. Die Königsklasse hat unter Mosleys Regentschaft aber auch so viele Possen, Prozesse und Paukenschläge erlebt, dass Glaubwürdigkeit und Ansehen schweren Schaden genommen haben. Der unrühmliche Höhepunkt war eine Sexvideoaffäre des 69-Jährigen.

Mosley hat sich in der Formel 1 vor allem einen Namen als Reformer gemacht. Nach dem schwarzen Wochenende von Imola 1994, als Ayrton Senna und Roland Ratzenberger in den Tod rasten, hatte der Fia-Chef genug. Schritt für Schritt erneuerte er die Motorsportserie in Sachen Sicherheit und verschärfte die Standards beim Bau der Rennwagen. Seitdem erlebt die Formel 1 die längste Phase ihrer Geschichte ohne einen tödlichen Unfall.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%