Motorsport Motorrad
Bradl-Erfolg schürt deutsche Hoffnungen

Einen sensationellen dritten Platz hat Stefan Bradl beim WM-Auftakt in Doha belegt. Der 18-jährige sorgte damit für den ersten deutschen Podiumsplatz nach fast vier Jahren.

Das Leben des bis jetzt relativ unbekannten Stefan Bradl könnte sich durch den am Sonntag eingefahrenen dritten Platz schnell ändern. Vor der WM-Saison war der 18-jährige lediglich ein Youngster mit bekannten Namen, doch nach dem unerwartet schnellen Vorstoß in die Weltspitze ist die Unbeschwertheit weg. "Ich weiß, der Druck wird größer werden. Aber da muss ich mich durchbeißen", sagte Bradl nach seinem sensationellen Podiums-Platz beim WM-Auftakt in Doha und setzte sich selbst gleich neue Ziele: "Ich hoffe, dass es so weitergeht."

Länger schon zeichnete sich ab, dass der Sohn des zweimaligen Vize-Weltmeisters Helmut Bradl irgendwann für die erste deutsche Podest-Platzierung seit Rang zwei von Steve Jenkner am 2. Mai 2004 gut sein würde. Dass er sie gleich beim Saisonauftakt, dem ersten Nachtrennen der WM-Geschichte, einfahren würde, war für alle eine große Überraschung.

Den Weg durch die Gratulantenschar, seine erste Siegerehrung in der WM und die erste Pressekonferenz vor Journalisten aus aller Welt wickelte der Teenager staunend, aber doch gelassen ab. In Zukunft könnte das zur Routine werden.

Party in Doha

Für Bradls Rennstall Kiefer, das einzige deutsche Team, ging durch den Erfolg, das lange Warten auf den ersten Podestplatz zu Ende. Die aus einem Motorrad-Handel in Idar-Oberstein gewachsene Crew feierte den Erfolg bis tief in die Nacht in einer Disco in Doha.

"Es ist toll, dass wir gezeigt haben, dass auch ein deutscher Fahrer mit einem deutschen Team Podestplätze einfahren kann", sagte Teamchef Stefan Kiefer und stellte zufrieden fest: "Es war die richtige Entscheidung, diesen Weg zu gehen und auf junge deutsche Fahrer zu setzen."

Unter denen gilt Bradl nicht erst seit Sonntag als größter Hoffnungsträger. "Deutschland war mal eine große Motorrad-Nation", meint Kiefer: "Es wäre sehr schön, wenn Stefan an die großen Erfolge seines Vaters anknüpfen könnte." Das langfristige Ziel des Juniors ist deutlich formuliert: Er will den WM-Titel einfahren, der seinem Vater zweimal knapp verwehrt blieb. Helmut Bradl traut ihm das zu und unterstützt ihn mit Rat und Tat.

Karriere schien schon beendet

Dabei schien Stefans verheißungsvolle Karriere schon vor der letzten Saison abrupt beendet. Nach harten Wochen im Ausbildungscamp des Spaniers Alberto Puig erklärte Bradl junior überraschend seinen Rücktritt, ehe er sich mit starken Wildcard-Auftritten in der WM und dem Gewinn der stark besetzten spanischen Meisterschaft zurück ins Blickfeld kämpfte. Der Lohn war nicht nur ein Vertrag bei Kiefer, sondern auch eine von fünf Werks-Aprilia im Feld.

"Ich habe gewusst, dass ich damit weit nach vorne fahren kann, wenn alles passt", sagte der von Platz 15 gestartete Bradl nach der Sensation von Doha, wo er mit starkem Finish auf der Ziellinie zwei Konkurrenten düpierte. "Das ganze Team hat an diesem Wochenende einen tollen Job gemacht", sagte Kiefer: "Stefan hat ein supergutes Motorrad, aber dieses Finish war wirklich klasse."



© SID

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