Motorsport Motorrad
Bradl lauert am Sachsenring auf Pole Position

Nach der drittbesten Quali-Zeit darf Deutschlands Motorrad-Hoffnung Stefan Bradl auf dem Sachsenring von der ersten Pole Position eines deutschen Fahrers seit vier Jahren träumen.

Sein Übermut ist Stefan Bradl fast zum Verhängnis geworden. Auf der Jagd nach der Bestzeit bei seinem "Heimspiel" auf dem Sachsenring stürzte der 18-Jährige und musste sich schließlich im ersten Qualifying der 125-ccm-Klasse mit Platz drei begnügen. "Da habe ich's ein bisschen übertrieben", sagte der Bayer, der am dritten WM-Wochenende in Folge ins Kiesbett rutschte: "Aber ich dachte: heute gilt's. Ich wollte unbedingt die Pole haben."

Dennoch weckte Bradl mit einem starken Trainingstag die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg eines deutschen Fahrers in der Motorrad-WM seit zwölf Jahren. Der Aprilia-Pilot aus Zahling fuhr vor Rang drei im ersten Qualifying (1:28,096) sogar Bestzeit im Freien Training (1:28,906).

"Werde erst einmal die Pole angreifen"

"Mit der ersten Startreihe bin ich zufrieden. Aber Erster ist nun mal etwas anderes als Dritter", sagte der Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl mit einem verschmitzten Lächeln und verkündete: "Am Samstag im Training werde ich erst einmal die Pole Position angreifen."

Die Bestzeit wäre schon am Freitag möglich gewesen. Doch beim Versuch, die Zeiten von Titelverteidiger Gabor Talmacsi (Aprilia/1: 27,623) und des Briten Bradley Smith (Aprilia/1:27,933) anzugreifen, stürzte der WM-Sechste in der letzten Runde.

Als bisher letzter Deutscher hat Steve Jenkner 2004 in Mugello die erste Startposition eingenommen. Die letzte deutsche Pole bei einem Heimspiel hatte 1996 Ralf Waldmann auf dem Nürburgring in der Viertelliterklasse erobert. Bei der gleichen Veranstaltung fuhr Deutschlands letzter Weltmeister Dirk Raudies bei den 125ern den letzten deutschen Heimsieg ein.

Teamchef Kiefer gibt Podest-Platz als Ziel aus

Bradls Teamchef Stefan Kiefer fordert von seinem Schützling zumindest einen Platz auf dem Podium - selbst das hat in Sachsen seit Jenkner 2002 kein Deutscher mehr geschafft. "Normalerweise lehne ich mich nicht so weit aus dem Fenster", sagte Kiefer: "Aber nach diesem Trainingstag muss ich sagen: Das Ziel vor heimischen Publikum muss ein Platz auf dem Podest sein." Für Sandro Cortese ist so eine Platzierung derzeit in weiter Ferne. Der ebenfalls erst 18 Jahre alte Aprilia-Pilot aus Berkheim, der zuletzt in Assen als Vierter sein bestes Karriere-Ergebnis eingefahren hatte, wurde nach technischen Problemen nur 17. (1:28, 788). "Ich hoffe, dass wir das bis Samstag beheben können", sagte er zerknirscht.

Positiv überraschte der erst 15 Jahre alte Marcel Schrötter (Pflugdorf). Der vom fünfmaligen Weltmeister Toni Mang trainierte Honda-Fahrer lag als 21. (1:29,059) sogar vor Deutschlands drittem Stammfahrer Robin Lässer (Isny/Aprilia/1:29,447) als 26. Die anderen Wildcard-Fahrer Sebastian Kreuziger (Ammerndorf/Aprilia/1: 30,074) als 31., Marvin Fritz (Neckarzimmern/Honda/1:30,192) als 33. und Eric Hübsch (Lichtenstein/Aprilia/1:31,022) als 36. nahmen nur hintere Plätze ein.

Casey Stoner fährt erneut Bestzeit

In der Motogp fuhr Titelverteidiger Casey Stoner (Australien/Ducati) nach zuletzt zwei Siegen wieder Bestzeit (1:21, 582) und ist auf dem besten Wege zum 100. Sieg eines Australiers in der Königsklasse. Der siebenmalige Weltmeister Valentino Rossi (Italien/Yamaha/1:22,796) wurde nur Vierter, wird mit seinem Start am Sonntag aber einen Rekord aufstellen: Er verpasste seit seinem Debüt 1996 in Assen kein Rennen und startet zum 202. Mal in Folge.

In der Viertelliterklasse war der WM-Zweite Marco Simoncelli (Italien/Gilera/1:23,953) der Schnellste. Der deutsche Wildcard-Fahrer Toni Wirsing (Chemnitz/Honda/1:29,080) belegte unter 27 Fahrern Rang 25.

© SID

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