Motorsport Motorrad
Bradl scheidet mit technischem Defekt aus

Aprilia-Pilot Stefan Bradl ist in Malaysia in der elften Runde auf Rang drei liegend mit einem technischen Defekt ausgeschieden. Der neue WM-Zweite Gabor Talmasci siegte.

Als der Motor streikte und der Traum von der Vize-Weltmeisterschaft praktisch geplatzt war, brach Stefan Bradl in Tränen aus. "Ich habe immer wieder versucht, die Maschine zum Laufen zu bringen. Und als ich gemerkt habe, dass es nicht mehr klappt, habe ich einfach nur noch geweint", sagte Deutschlands Motorrad-Hoffnung.

"Mist, dass das ausgerechnet jetzt passiert"

Ein elektrischer Defekt an seiner Aprilia hatte Bradl beim Großen Preis von Malaysia in Kuala Lumpur zum Aufgeben gezwungen. "Es ist Mist, dass das ausgerechnet jetzt passiert. Aber man kann niemandem einen Vorwurf machen. So ist halt der Rennsport", sagte der 18-Jährige.

Vor dem vorletzten Saisonrennen, in dem der Italiener Marco Simoncelli den WM-Titel bei den 250ern perfekt machte, war Bradl auf Platz zwei der WM-Wertung bei den 125ern. Als die Lichtmaschine in Malaysia ihren Dienst verweigerte, lag er aussichtsreich auf Rang drei. Angesichts von 19 Punkten Rückstand auf den neuen WM-Zweiten Gabor Talmasci (Ungarn/Aprilia), der das Rennen gewann, hat Bradl als Vierter vor dem Saisonfinale am 26. Oktober in Valencia kaum noch Chancen auf Gesamtrang zwei.

"Die Vize-Weltmeisterschaft war schon ein Ziel", sagte der zweimalige Saisonsieger, dessen Vater Helmut 1991 Vize-Weltmeister bei den 250ern geworden war: "Es ist zwar nicht unmöglich, Zweiter zu werden, aber doch in weite Ferne gerückt."

"Werde alles versuchen"

In Valencia will der Bayer nochmal richtig angreifen: "Platz vier in der WM-Wertung habe ich sicher. Das wäre schon mehr als ich erwartet habe. Ich habe nichts zu verlieren und werde daher alles versuchen." In der kommenden Saison, die er sicher auch bei den 125ern bestreiten wird, "will ich um den Titel kämpfen".

Seinen Aufwärtstrend bestätigte auch der gleichaltrige Sandro Cortese (Berkheim/Aprilia) eindrucksvoll, am Ende war aber auch er frustriert. 19 Tausendstelsekunden fehlten dem Schwaben, dessen Zukunft gesichert scheint, bei seinem besten Karriere-Ergebnis als Vierter zur ersten Podiums-Platzierung.

"Es war das beste Rennen, das ich je gezeigt habe", sagte Cortese: "Wenn die Zielgerade zehn Meter länger gewesen wäre, hätte es wohl zu Platz drei gereicht." Der 16 Jahre alte Jonas Folger (Schwindegg/KTM) wurde 17., Robin Lässer (Isny/Aprilia) belegte Rang 20.

Derweil sorgte Simoncelli (Gilera) mit dem ersten Titelgewinn dafür, dass vor dem Saisonfinale alle Weltmeister feststehen. Bei den 125ern hatte der Franzose Mike di Meglio vor zwei Wochen alles klargemacht, in der Motogp holte der achtmalige Weltmeister Valentino Rossi (Italien/Yamaha) den neunten Saisonsieg.

Sein Landsmann Simoncelli feierte nach dem dritten Rang beim letztlich wertlosen Sieg seines spanischen Rivalen Alvaro Bautista (Aprilia) ausgelassen. Dass Rossi sein Vorbild ist, lässt sich schon an der wilden Lockenpracht des 21-Jährigen erkennen, die auch der "Doctor" in jüngeren Jahren pflegte. Nach dem anstrengenden Rennen bei großer Hitze und ausgelassener Champagner-Dusche wurde Simoncelli in der Box von seinen Mechanikern mit entsprechenden Perücken empfangen.

"Ich bin zwar glücklich, aber gut geht es mir nicht", meinte der neue Champion schmunzelnd: "Ich kann nicht mehr reden, mir ist einfach viel zu heiß."

© SID

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