Motorsport Motorrad
Bradl setzt neue Karriere-Bestmarke

Stefan Bradl fuhr in der 125er-Klasse in Misano auf Platz sieben und machte das beste Rennen seiner Karriere. Dem Australier Casey Stoner ist der erste WM-Titel in der Königsklasse Motogp kaum mehr zu nehmen.

Unterschiedlicher hätten die Rennen für die deutschen Motorrad-Piloten in Misano nicht laufen können. Während Sandro Cortese nach seinem Absturz auf Rang 15 den Kopf hängen ließ, schwebte Stefan Bradl nach dem besten Rennen seiner Karriere im siebten Himmel. "Ich bin super glücklich mit dem Sprung auf Platz sieben. Ich hatte keine Trainingsminute, kein gescheites Fahrwerk und nichts zu verlieren. Da ist doch mein Ergebnis nicht wirklich übel", sagte Motorrad-Hoffnung Bradl nach dem 13. von 17 WM-Läufen der 125er-Klasse in Misano mit einem breiten Grinsen.

Bradl, der noch vor einem halben Jahr nach der Vertragsauflösung von KTM frustriert aufhören wollte, sieht nun einer glänzenden Zukunft entgegen. Mit Wildcards fährt sich der Youngster für die kommende WM-Saison warm, in der er beim deutschen Kiefer-Rennstall wieder als Fixstarter für Sternstunden sorgen soll. "Mein Start in Portugal ist sicher, und für Valencia sieht es gut aus", sagte der 17-Jährige nach dem besten Ergebnis seiner Laufbahn.

Cortese: "Ein Rennen zum Vergessen"

Sein gleichaltriger Konkurrent Cortese war dagegen nach einem verkorksten Rennen beinahe sprachlos. Mit monotoner Stimme stellte sich der Aprilia-Pilot den Fragen. "Ein Rennen zum Vergessen. Kein Rhythmus, keine Motorleistung", meinte Cortese, der siebenmal unter die Top zehn gefahren war.

Immerhin, Besserung ist in Sicht: Cortese wird zwei weitere Jahre für seinen derzeitigen Arbeitgeber (Emmi Caffe Latte) an den Start gehen - mit einer neuentwickelten RSA-Aprilia, die auch der Spanier Hector Faubel fährt, der die WM-Führung nach einem Sturz in der Schlussphase an Gabor Talmacsi (Ungarn) verlor.

Casey Stoner will "viel Champagner mitnehmen"

Casey Stoner ist der erste WM-Titel in der Königsklasse Motogp nach einem Hattrick kaum mehr zu nehmen. Der australische Jungstar siegte auf dem Terrain seines größten Widersachers Valentino Rossi und sorgte mit dem dritten Erfolg in Serie für eine Vorentscheidung im Titelrennen.

Der einst unbezwingbare siebenmalige Champion Rossi (Italien) musste seine Yamaha abstellen und liegt nach 14 von 18 Läufen in der WM-Wertung fast aussichtslos zurück (186:271). Nach wenigen Runden blockierte das Hinterrad von Rossis Maschine, der Superstar stieg aus. Stoner genügt in 14 Tagen in Portugal schon ein dritter Platz, um vorzeitig Weltmeister zu werden. "Ich werde auf jeden Fall viel Champagner mitnehmen", sagte der 21-Jährige.

Alex Hofmann fährt mit Schmerzen auf Rang elf

Alex Hofmann freute sich über ein gelungenes Comeback. Der Bochumer fuhr trotz Schmerzen auf den 11. Platz und war zufrieden. "Super. Aber die Hand war schlimm, ich habe sie am Ende gar nicht mehr gespürt", meinte Hofmann. Er hatte in Laguna Seca/USA einen Trümmerbruch der linken Hand erlitten.

Für Dirk Heidolf gab es nichts zu holen. Der 30-Jährige aus Hohenstein-Ernstthal schied in der Viertelliterklasse auf Rang 19 liegend aus und stand zum siebten Mal mit leeren Händen da. "Damit kann ich nicht zufrieden sein", sagte Heidolf.

Mattia Pasini sicherte sich bei den 125ern den Sieg und sorgte für den 100. Grand-Prix-Erfolg einer Aprilia. Der "Imperator" Jorge Lorenzo (Spanien) gewann das 250er-Rennen, baute die WM-Führung aus (241:187) und fuhr die Ehrenrunde in Gladiatoren-Rüstung mit einem Schwert in der Hand.

© SID

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