Motorsport Motorrad
Cortese fährt zwei WM-Punkte in Motegi ein

Beim Großen Preis von Japan in Motegi sind die deutschen Motorrad-Asse wenig erfolgreich gewesen. Einzig Sandro Cortese fuhr in der Klasse bis 125ccm WM-Punkte ein. Der Berkheimer wurde 14. und bekam dafür zwei Zähler.

Am drittletzten Renn-Wochenende der Saison 2006 hat der erst 16 Jahre alte Sandro Cortese die Ehre der deutschen Motorrad-Fahrer gerettet. Der Honda-Pilot aus Berkheim wurde beim Großen Preis von Japan in Motegi im Rennen der 125er-Klasse 14. und fuhr als einziger Fahrer aus dem deutschen Trio zwei WM-Punkte ein.

Der von einer Grippe geschwächte Dirk Heidolf (Hohenstein-Ernstthal/Aprilia) bei den 250ern und Alex Hofmann (Ducati/Bochum) in der Motogp belegten jeweils den undankbaren 16. Platz. Die Rückstände auf die Punkteränge waren mit fast viereinhalb und rund zweieinhalb Sekunden jedoch deutlich. Nur am 18. Juni in Mugello waren sämtliche deutsche Piloten ohne WM-Zähler geblieben.

Hoffnungen für die kommende Saison

Während die zweite deutsche Hoffnung, der ebenfalls 16-Jährige Stefan Bradl (Zahling/KTM), nach seinem Unterschenkelbruch weiter verletzt fehlte, war es wieder einmal Cortese, der die Kohlen aus dem Feuer holte. In den letzten sieben Rennen landete er sechs Mal in den Punkterängen und fuhr dabei 16 seiner insgesamt 17 Zähler ein. Die aufsteigende Formkurve, die auch Bradl vor seiner Verletzung zeigte, verspricht Einiges für die kommende Saison. Zumal der bereits seit letzter Woche als Weltmeister feststehende Alvaro Bautista (Spanien/Aprilia), der in Japan siegreiche "Vize" Mika Kallio (Finnland/KTM) und Vorjahres-Weltmeister Tom Lüthi (Schweiz/Honda) im nächsten Jahr aller Voraussicht nach bei den 250ern fahren werden.

Mann des Tages war in Motegi auch ohne Sieg wieder Superstar Valentino Rossi (Italien/Yamaha). Durch seinen zweiten Platz hinter Landsmann Loris Capirossi (Ducati) verkürzte er den Rückstand auf den erneut nur fünftplatzierten WM-Spitzenreiter Nicky Hayden (USA/Honda) zwei Rennen vor dem Saisonende auf zwölf Zähler. In den letzten vier Rennen knöpfte Rossi dem US-Boy 39 Punkte ab.

Hayden unzufrieden

Entsprechend waren auch die Reaktion nach dem Rennen. Während Rossi sich feiern ließ, schimpfte Hayden in der Box deutlich erkennbar über seine "Scheiß-Maschine", die erneut Kupplungs-Probleme offenbarte. Zwei zweite Plätze würden dem US-Boy jedoch reichen, um Rossi den achten WM-Triumph zu verwehren. Dieser wäre ein besonderer, denn Rossi hat seit der Einführung 2002 alle WM-Titel in der Motogp gewonnen und würde die Umstellung auf die 800er-Maschinen gerne ungeschlagen vollziehen. "Dieses Ergebnis war unheimlich wichtig. Jetzt ist noch alles drin", sagte der vor Wochen scheinbar abgeschlagene Titelverteidiger.

Bei den 250ern musste sich WM-Spitzenreiter Jorge Lorenzo (Spanien/Aprilia) beim viel umjubelten Heimsieg des Japaners Hiroshi Aoyama (KTM) mit Rang drei begnügen. Da sein Rivale Andrea Dovizioso (Italien/Honda) aber nur Vierter wurde, baute er die Führung in der WM-Wertung um weitere drei Punkte aus und hat nun 27 Zähler Vorsprung.

Sollte er im nächsten Rennen am 15. Oktober in Estoril/Portugal maximal zwei Punkte weniger holen als Dovizioso, hätte Lorenzo seinen ersten Titel sicher. In Motegi stellte er mit seiner zehnten Pole Position des Jahres bereits den 25 Jahre alten Rekord des fünfmaligen Weltmeisters Toni Mang ein.

© SID

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