Motorsport Motorrad
Cortese knapp am Podium vorbei, Bradl Neunter

In Spanien ist Motorrad-Pilot Sandro Cortese in der Klasse bis 125ccm nur auf Platz fünf gefahren. Stefan Bradl wurde in der Moto2 Neunter. Im Fokus stand aber sowieso die Trauer.

Valentino Rossi verbarg seine geröteten Augen hinter einer dicken Sonnenbrille, viele Kollegen weinten hemmungslos, die Welt schien für eine Minute stillzustehen: Der Sport spielte in der Motorrad-WM am Sonntag nur eine Nebenrolle, Tränen und Trauer bestimmten die Gefühlswelt beim Großen Preis von Aragon.

Zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall von Shoya Tomizawa gedachten Piloten und Crew-Mitglieder dem verstorbenen Japaner. Sie versammelten sich an der Start- und Ziellinie hinter Tomizawas Maschine mit der Nummer 48 zu einer Gedenkminute. Auch Spaniens König Juan Carlos wohnte dem stillen Andenken bei.

Rennwochendende geprägt von Trauer um Tomizawa

"Wir wollten Shoya zeigen, dass wir ihn vermissen", sagte Deutschlands Spitzenfahrer Sandro Cortese mit leiser Stimme: "Man kann ja nicht einfach weitermachen, als wäre nichts passiert." Auch Stefan Bradl war tief bewegt: "Das Leben geht weiter, der Sport geht weiter, aber Shoya wird man nie vergessen."

Der neunmalige Weltmeister Rossi trug das Gesicht des im Fahrerlager sehr beliebten Tomizawa als Aufkleber an seiner Maschine. "Sein Bild auf der Rennbahn zu tragen, ist der beste Weg, ihn zu würdigen", sagte der 31-Jährige ungewohnt in sich gekehrt. Tomizawas Teamkollege Dominique Aegerter hielt ein Plakat mit der Aufschrift "Ich werde dich nie vergessen" in Händen.

Deutsche Fahrer solide

Die deutschen Piloten fuhren bei der Premiere auf dem für den Balatonring ins Programm gerutschten Kurs in Spanien ordentliche Ergebnisse ein. Der WM-Fünfte Cortese (Berkheim/Derbi) verpasste trotz Startplatz zwei eine erneute Podiumsplatzierung, wurde aber trotz Reifenproblemen Fünfter.

Jonas Folger (Schwindegg/Aprilia) erzielte als Achter sein fünftes Top-10-Resultat des Jahres, Marcel Schrötter (Vilgertshofen/Honda) holte als 14. zwei WM-Punkte. In der Moto2 scheint Bradl (Zahling/Suter) zu Konstanz gefunden zu haben und platzierte sich als Neunter zum vierten Mal in den letzten fünf Rennen in den Top 10.

Iannone und Espargaro fahren allen davon

Das Rennen in Alcaniz gewann der Italiener Andrea Iannone (Speed up), der sich mit 144 Punkten auf Rang drei der WM-Wertung verbesserte. Die führt der Spanier Toni Elias mit 76 Punkten Vorsprung auf Landsmann Julian Simon (Suter) weiter souverän an. In Aragon beeindruckte der Moriwaki-Pilot nach verkorkster Quali mit einer Aufholjagd von Platz zwölf auf Rang vier.

Bei den 125ern übernahm der Spanier Nicolas Terol (Aprilia/208) durch seinen zweiten Platz und das frühe Aus des bisherigen Spitzenreiters Marc Marquez (Spanien/Derbi/197) in der ersten Kurve die Führung. Das Rennen gewann in dem von deutschen Teamchef Harald Eckl betreuten Pol Espargaro (Derbi) ein weiterer Spanier, er verbesserte sich in der Gesamtwertung dadurch auf Rang zwei (202).

Erster Saisonsieg für Motogp-Pilot Stoner

In der Motogp feierte Ex-Weltmeister Casey Stoner (Australien/Ducati) seinen ersten Saisonsieg. Der Spanier Jorge Lorenzo (Yamaha) führt die Gesamtwertung nach Rang vier in Alcaniz weiter souverän an. Sein Teamkollege Rossi belegte in Spanien Rang sechs.

© SID

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