Motorsport Motorrad
Deutsche "Biker" sorgen für seltene Highlights

Beim WM-Lauf im spanischen Jerez haben die deutschen Motorrad-Profis vollends überzeugt. Sandro Cortese kam in der 125ccm-Klasse auf Rang sieben, Dirk Heidolf belegte in der 250ccm-Klasse Position zehn.

Endlich gibt es für die deutschen Motorrad-Profis etwas zu feiern. Beim zweiten WM-Lauf des Jahres im spanischen Jerez fuhren Sandro Cortese und Dirk Heidolf tolle Resultate ein.

Der 17 Jahre alte Sandro Cortese (Berkheim/Aprilia) fuhr mit Rang sieben in der Klasse bis 125ccm eine Platzierung ein, die zuletzt der inzwischen zurückgetretene Steve Jenkner mit Rang fünf in der Achtelliterklasse am 17. Oktober 2004 auf Phillip Island/Australien übertroffen hatte.

Für Cortese war bis zum 34. Grand-Prix-Start am Sonntag der zehnte Platz aus dem Vorjahr in Estoril als Karriere-Highlight notiert gewesen. Beim Saison-Auftakt vor zwei Wochen in Katar war der Schwabe, der seine dritte WM-Saison bestreitet, als 17. noch ohne Punkt geblieben.

Locatelli stürzt schwer

Der 30 Jahre Heidolf (Hohenstein-Ernstthal/Aprilia) fuhr im Rennen der Klasse bis 250ccm auf Rang zehn und damit das zweite Top-Ten-Ergebnis seiner Karriere ein. Besser war der Sachse bei seinen 75 vorherigen Starts nur 2002 in Estoril/Portugal als Neunter.

Das Wochenende im spanischen Motorrad-Mekka wurde von einem tragischen Zwischenfall überschattet. Der frühere italienische Motorrad-Weltmeister Roberto Locatelli ist nach einem schweren Trainingsunfall bei den 250ern ins künstliche Koma versetzt worden. Der 32-Jährige war mit seiner Gilera gegen einen Reifenstapel geprallt und wurde umgehend ins Krankenhaus nach Cadiz gebracht.

Locatelli erlitt Brüche der Nase, des Ober- und des Unterkiefers, des Wangen- und des Schlüsselbeins, wodurch seine Lunge durchbohrt wurde. Am Sonntagmittag schwebte der Achtelliter-Weltmeister von 2000 nach Angaben der Ärzte nicht mehr ins Lebensgefahr. Eine offene Fraktur am Knöchel droht allerdings nach 13 Jahren in der WM zumindest sein Karriere-Ende zu besiegeln.

"Start war unglaublich schlecht"

Freude herrschte derweil im deutschen Lager. "Der Start war unglaublich schlecht, da lag ich ganz hinten im Feld", meinte der Youngster, der von Startplatz zehn weit zurückfiel: "Aber ich war heute so aggressiv wie noch nie und habe mich Stück für Stück nach vorne gearbeitet. In der letzten Runde habe ich dann meine Chance gesehen, habe es einfach versucht und nach Hause gefahren."

Heidolf berichtete zufrieden: "Das Plansoll ist erfüllt. Wir haben das Maximum herausgeholt." Ausgelassener war sein Teamchef Stefan Kiefer: "Ich freue mich riesig für Dirk. Das tut richtig gut."

Bei den 125ern übernahm der Ungar Gabor Talmacsi (Aprilia) durch seinen Sieg in Jerez mit 45 Punkten die WM-Führung vor seinem spanischen Teamkollegen Hector Faubel (41), der nach seinem Auftakt-Sieg diesmal Dritter wurde. In der Viertelliterklasse sorgten Titelverteidiger Jorge Lorenzo und 125er-Weltmeister Alvaro Bautista für einen spanischen Doppelsieg vor heimischen Publikum.

Hofmann mit Kettendefekt draußen

Für Alex Hofmann war der zweite WM-Lauf dagegen schnell beendet. Der 26 Jahre alte Bochumer schied direkt in der ersten Kurve des Motogp-Rennens wegen eines Kettendefekts aus, nahm das Rennen mit der Ersatzmaschine wieder auf und wurde nach zwei Runden endgültig aus dem Rennen genommen. Beim Auftakt in Katar vor zwei Wochen war der Ducati-Pilot auf Rang elf gefahren.

Unterdessen übernahm der siebenmalige Weltmeister Valentino Rossi (Italien/Yamaha) durch seinen ersten Saisonsieg die Führung in der WM-Wertung und verdarb dem zweitplatzierten Jungstar Dani Pedrosa (Honda) nach der Bestzeit im Qualifying den Traum vom Heimsieg.

© SID

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