Motorsport Motorrad
Deutsche Hoffnungen ruhen auf Bradl und Cortese

Zum elften Mal findet am Wochenende ein Lauf zur Motorrad-WM auf dem Sachsenring statt. In der Achtelliterklasse ruhen die deutschen Hoffnungen auf Stefan Bradl und Sandro Cortese.

Dem Geruch von Benzin und verbranntem Gummi werden am Wochenende wieder Fanscharen zum Sachsenring folgen. Zum elften Mal wird auf der Traditionsstrecke bei Hohenstein-Ernstthal ein Lauf zur Motorrad-WM ausgetragen, voraussichtlich wird der Rekord von 226 944 Zuschauern aus dem Vorjahr geknackt. Dabei erwartet die Besucher ein spannender Dreikampf in der "Königsklasse" Motogp und aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen in der Achtelliterklasse auf den Youngstern Stefan Bradl und Sandro Cortese.

Zuletzt stand 2002 Steve Jenkner als Dritter der Achtelliterklasse auf dem Podium, diesmal dürfen sich Bradl und Cortese Chancen auf eine Platzierung unter den ersten Drei ausrechnen - auch wenn beide nach den Erfahrungen der letzten Wochen tief stapeln und sich vor dem Heimspiel vor am Renntag weit über 100 000 frenetischen Fans nicht zusätzlich unter Druck setzen wollen.

"Vom Podium zu reden, wäre wohl zu hoch gegriffen"

Bei Cortese (Berkheim) zeigt die Formkurve zwar eindeutig nach oben - in Assen fuhr er als Vierter zuletzt sein bestes Karriere-Ergebnis ein - doch der Youngster bleibt nach zuvor enttäuschendem Saisonverlauf vorsichtig. "Ich will das Rennen vor den vielen deutschen Fans einfach genießen und so weit wie möglich nach vorne kommen. Aber vom Podium zu reden, wäre wohl zu hoch gegriffen", meint der Schwabe mit italienischen Wurzeln, im Vorjahr als Siebter bester Deutscher in Sachsen.

Bradl versuchte zuletzt nach sensationellem Saisonstart gegen die sinkende Formkurve anzugehen, wirkte dabei jedoch übermotiviert und fabrizierte zahlreiche Fehler. Als Ergebnis will der von Rang drei auf sechs in der WM-Wertung zurückgefallene Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl nun demonstrativ den Druck niedrig halten. "Ich werde für die einzelnen Rennen keine genauen Ziele oder Ergebnisse mehr ansagen", versichert er, stellt aber langfristig klar, "dass ich in dieser Saison schon auf dem Podium war und so schnell wie möglich wieder da hinkommen will."

Zuzutrauen ist es ihm schon auf dem Sachsenring. Dorthin strömten die Zuschauer in den letzten Jahren auch ohne einen deutschen Sieganwärter in Scharen. Auf dem Ankerberg campen stets mehr als 15 000 Biker - nicht ganz so viele wie vor dem Wechsel nach Sachsen das letzte WM-Wochenende 1997 auf dem Nürburgring verfolgt hatten (22 000).

Spannung pur in der "Königsklasse"

Spannung verspricht auch ohne deutsche Beteiligung vor allem die Königsklasse Motogp. Vize-Weltmeister Dani Pedrosa (Spanien/171), der siebenmalige Weltmeister Valentino Rossi (Italien/167), der die deutsche Strecke eigentlich nicht mag, aber auch dort die größte Fangemeinde hinter sich weiß, und der zuletzt zweimal siegreiche Titelverteidiger Casey Stoner (Australien/142) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die 250er-Klasse wird diesmal ohne den 800m von der Rennstrecke entfernt wohnenden Lokalmatador Dirk Heidolf auskommen müssen. Durch die Wilcard für den seit Donnerstag 18 Jahre alten IDM-Vizemeister Toni Wirsing (Chemnitz) ist im Gegensatz zur Rest-Saison aber wenigstens ein Deutscher am Start.

Die Achtelliterklasse wird durch vier deutsche Gast-Starter ergänzt. Gespannt sein darf man auf den erst 15 Jahre alten Marcel Schrötter (Pflugdorf), der nun im zweiten Jahr vom fünfmaligen Weltmeister Toni Mang und dessen langjährigem Techniker Sepp Schlögl betreut wird. Das deutsche Kiefer-Team schickt neben den Stammfahrern Bradl und Robin Lässer (Isny) den ebenfalls 15-Jährigen Marvin Fritz (Neckarzimmern) zu seinem WM-Debüt auf die Piste. Auch der 16-jährige Sebastian Kreuziger (Ammerndorf) startet erstmals bei einem Grand Prix. Der zwei Jahre ältere Eric Hübsch aus Hohensteins Nachbarort Lichtenstein ist bereits zum dritten Mal dabei.

© SID

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