Motorsport Motorrad
Heimspiel für deutsche Piloten auf dem Sachsenring

Zehn deutsche Fahrer gehen heute bei der Qualifikation zum Motorrad-WM-Lauf auf dem Sachsenring an den Start. "Die Zuschauer hätten es verdient, dass wir ihnen endlich was bieten können", meint Motogp-Pilot Alex Hofmann.

Heute steht das Qualifikationstraining zum Motorrad-WM-Lauf auf dem Sachsenring an. Die zehn deutschen Piloten, die an den Start gehen, wollen dabei den Rückenwind des letzten Laufs in Assen mitnehmen und die zahlreichen Fans positiv überraschen.

In den vergangenen vier Jahren verbuchten sie beim einzigen WM-Lauf in der Heimat gerade mal eine Top-10-Platzierung (Rang zehn durch Alex Hofmann 2004), eine Woche nach der Gala zum 80. Geburtstag der legendären Rennstrecke möchten sie dem wahrscheinlich erneuten Zuschauerrekord den passenden Rahmen geben. Hoffnung macht der Lauf vor zwei Wochen in Assen, als gleich drei deutsche Piloten unter die ersten Zehn fuhren und damit für das beste Ergebnis seit 58 Rennen sorgten.

Kein Gutes Pflaster für Hofmann

"Die Zuschauer hätten es verdient, dass wir ihnen endlich mal was bieten können. Sie sorgen seit Jahren für Zuschauerrekorde, obwohl unsere Ergebnisse mäßig sind", meint Motogp-Pilot Hofmann, der in den letzten beiden Jahren vom Pech verfolgt war. 2005 schoss ihn Teamkollege Olivier Jacque in der ersten Kurve ab, im Vorjahr schied der Bochumer in der zweiten Runde mit einem technischen Defekt aus. "Vielleicht ist der Sachsenring mir noch was schuldig", meint er schmunzelnd.

Heidolf und Cortese im Aufwärtstrend

Das weitere Augenmerk der deutschen Fans in Hohenstein-Ernstthal ist vor allem auf den verbliebenen Lokalmatador Dirk Heidolf sowie die Jungstars Sandro Cortese und Stefan Bradl gerichtet. Die beiden 17-Jährigen sorgten in Assen aus deutscher Sicht für das erste doppelte Top-10-Ergebnis in der Achtelliterklasse seit elf Jahren und bestätigten ihren Aufwärtstrend.

Während die Zukunft von Cortese gesichert ist, hat Bradl nach zwei beeindruckenden Auftritten bei seinen bisherigen beiden Wildcard-Einsätzen die Rückkehr in die WM als Fixstarter dicht vor Augen. Sein Vater, der zweimalige Vizeweltmeister Helmut Bradl bestätigte, dass zwei konkrete Angebote vorliegen.

Zuschauerrekord wackelt

Nachdem der Zuschauerrekord in den bisherigen neun Jahren seit der Rückkehr in den WM-Kalender 1998 neunmal gebrochen wurde, wackelt die Zahl von 219 848 Besuchern aus dem Vorjahr angesichts von fast 200 000 verkauften Tickets erneut. Und das ohne deutschen "Hero". Stefan Bradl ist jedoch optimistisch, dass sich dies bald ändern kann. "Wenn wir einen solchen Hero haben, kann er sicher Dasselbe auslösen wie Michael Schumacher oder Boris Becker in ihren Sportarten", erklärte das derzeit wohl größte deutsche Talent im sid-Interview: "Ich glaube, dass ich grundsätzlich das Zeug dazu habe. Aber dazu muss natürlich alles passen."

Bradl mit Wildcard

Nach seinem überraschenden Rücktritt vor der Saison ist Bradl am Wochenende noch einer von sieben Wildcard-Fahrern. Neben ihm werden in der 125er-Klasse auch Ex-Stammfahrer Georg Fröhlich (19/Wechselburg), Patrick Unger (25/Oberlungwitz) sowie die 16 Jahre alten Neulinge Toni Wirsing (Chemnitz) und Sebastian Eckner (Dresden) ins Rennen gehen. In der Viertelliterklasse werden Thomas Walther (30/Schleiz) und Joshua Sommer (18/Markerup) mit Wildcards ausgestattet.

Aus diesem Sextett gilt vor allem Sommer als Nachwuchshoffnung. Dieter Theis, bis letzten Sommer noch Hofmanns Manager, will den Norddeutschen in der WM unterbringen. Das deutsche Kiefer-Team, für das unter anderem Heidolf fährt, zeigt Interesse.

Heiße Temperaturen beim Qualifikationstraining

Unabhängig von deutschen Ergebnissen und den angesagten 30 Grad Celcius ist beim heutigen Qualifikationstraining rund um die Rennstrecke Feierstimmung angesagt. Mindestens 15 000 Camper werden sich wieder auf dem Ankerberg einfinden, auch in der Karl-May-Geburtsstadt herrscht reges Treiben. Das im Motorrad-Zirkus einmalige Fußballspiel zwischen Fahrern und einer Prominenten-Auswahl am Donnerstag vor dem Rennen fällt allerdings aus, nachdem aus Sorge vor Verletzungen in den vergangenen Jahren immer mehr Fahrer auf das Spiel verzichtet hatten.

© SID

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