Motorsport Motorrad
Kawasaki gibt Eckl den Laufpass

Ein Jahr vor Ablauf des Vertrages hat sich der japanische Motorrad-Hersteller Kawasaki von seinem Teamchef Harald Eckl getrennt. "Wir haben uns schon seit Mitte letzten Jahres auseinander dividiert", sagte Eckl.

Schwerer Rückschlag für den deutschen Motorrad-Sport: In der "Königsklasse" Motogp wird 2007 kein deutsches Team mehr vertreten sein. Der japanische Hersteller Kawasaki hat sich ein Jahr vor Ablauf des Vertrages von seinem Teamchef, dem früheren Grand-Prix-Fahrer Harald Eckl, getrennt. Anfang Oktober waren bereits die Wege von KTM und Talent Stefan Bradl auseinandergegangen.

"Man kann fest davon ausgehen, dass ich nächstes Jahr nicht mehr bei Kawasaki arbeiten werde", sagte der ehemalige Grand-Prix-Fahrer Eckl schon vor dem endgültig formulierten Trennungs-Schreiben dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Wir haben uns schon seit Mitte letzten Jahres auseinander dividiert." Schon bei der Entwicklung der neuen 800er-Maschinen für die kommende Saison war der Teamchef außen vor: "Die habe ich bisher nicht zu Gesicht bekommen. Die wurden heimlich im Stillen entwickelt."

Kompetenzgerangel Grund für gegenseitige Entfernung

Die Entfernung beider Seiten sei ein langsamer Prozess gewesen, entscheidend hierbei waren offenbar Kompetenz-Gerangel. "Kawasaki wollte immer mehr direkt ab Werk entscheiden. Über die Zusammensetzung des Teams oder Verträge mit Personal und sogar Fahrern", sagte Eckl. Bereits im Vorjahr hatte der einzige deutsche Motogp-Fahrer Alex Hofmann das Team nach einer Entscheidung aus der Konzern-Zentrale verlassen müssen.

Die laut dem Fachblatt Motorsport aktuell von Kawasaki angegeben Gründe, Eckl habe das Schweizer Ilmor-Team mit Hinblick auf den Einstieg in die Motorrad-WM beraten, hält Eckl für vorgeschoben. "Da versucht man etwas zu finden", meinte der Oberpfälzer: "Es war bekannt, auch Kawasaki, dass ich Ilmor Tipps gebe. Aber ich habe nichts verraten, was ein Kündigungsgrund wäre." Auch ein Einstieg bei den Schweizern in der kommenden Saison sei nie angedacht gewesen und illusorisch.

Eckl: Der einzige Loser

Überhaupt werde es schwer, eine neue Aufgabe für das kommende Jahr zu finden, versicherte der 50-Jährige aus Vohenstrauß. "Zum einen kam das alles sehr kurzfristig. Ich habe nicht damit gerechnet, und deshalb fällt es schwer, nun sofort zu reagieren", so Eckl. Außerdem werde er wohl niemandem aus dem Kawasaki-Eckl-Team mitnehmen können. "Es gibt offenbar Tendenzen, alle anderen zu übernehmen. Demnach wäre ich der einzige Loser", meinte er ironisch: "Das wäre aus meiner Sicht unfair. Das waren mein Team, meine Leute. Aber wenn so ein großes Werk wie Kawasaki ihnen ein Angebot macht, bin ich sicher in der schwächeren Position."

2008 will Eckl dann aber zurückkehren. "Ich denke, dass man mich dann wieder im Fahrerlager sehen wird", versicherte er: "Ich bin ein Kämpfer. Und außerdem werde ich ohne Rennsport nicht lange leben können. An ihm hängt mein Herz, er ist mein Leben."

© SID

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