Motorsport Motorrad: Motorradpilot Jenkner will die Brocken hinwerfen

Motorsport Motorrad
Motorradpilot Jenkner will die Brocken hinwerfen

Motorradpilot Steve Jenkner wird sich aller Voraussicht nach aus dem WM-Zirkus verabschieden. "Es sieht ganz danach aus, dass ich meinen Helm an den berühmten Nagel hängen werde", erklärte der 29-Jährige.

Motorradpilot Steve Jenkner wird wegen mangelnder Erfolgsaussichten voraussichtlich nicht auf die Rennpiste zurückkehren und der Weltmeisterschaft den Rücken zukehren. "Nach langen Verhandlungen und reiflicher Überlegung sieht es nun ganz danach aus, dass ich meinen Helm an den berühmten Nagel hängen werde", ließ der erfolgreichste deutsche WM-Pilot der letzten Jahre mitteilen. "Wenn kein Wunder mehr passiert, war es das", sagte Jenkner dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Die Chancen liegen sicher bei weniger als drei Prozent."Ändern könne sich an dieser Aussicht nur dann etwas, "wenn sich ein bereits fest verpflichteter Fahrer verletzen sollte oder nach dieser Ankündigung doch noch ein Sponsor kommt und Geld mitbringt".

"Nur dabei sein" für Jenkner zu wenig

Zwar hat der 29 Jahre alte Sachse aus Hohenstein-Ernstthal Angebote für eine weitere Saison in der Klasse bis 250ccm vorliegen, diese will er nach dem enttäuschenden letzten Jahr wegen Sicherheitsbedenken und mangelnder sportlicher Perspektiven jedoch offenbar nicht annehmen. "Da es mir sportlich keineswegs genügt, das eine oder andere WM-Pünktchen einzufahren, scheint mir eine weitere Saison unter ähnlichen Bedingungen wenig sinnvoll", so Jenkner: "Die Weltmeisterschaft ist die höchste sportliche Kategorie und somit, meiner Meinung nach, nicht der geeignete Ort, um sich als Fahrer damit zu begnügen - ohne Chance auf Erfolg - einfach nur dabei zu sein."

Jenkner erntet Mitleid und Spott

Die Reaktionen auf den nach einer wochenlangen Hängepartie nicht mehr unerwarteten Schritt des 29-Jährigen fielen höchst unterschiedlich aus. Der fünfmalige Weltmeister Toni Mang, stets ein unerbittlicher Kritiker Jenkners, ließ auch zum Abschied kein gutes Haar am WM-Fünften von 2002. "Ich habe schon lange auf diesen Schritt gewartet. Er hat es gerade noch rechtzeitig kapiert, dass es so keinen Sinn macht und nur verfahrene Zeit wäre", sagte Mang dem sid: "Mir war es immer unerklärlich, wie man für solche Leistungen noch Geld kriegen kann."

Der einzige deutsche Motogp-Pilot Alex Hofmann, der Ende Dezember noch bei einem Ducati-Privatteam unterkam, sieht dagegen "einen großen Verlust für den deutschen Motorradsport. Es ist superschade für Steve und spiegelt die Lage des deutschen Motorradsports wider", erklärte der Bochumer: "Aber ich kann verstehen, dass er sich lieber um seinen kleinen Sohn kümmern will als auf einem unterlegenen Motorrad hinterherzufahren."

Zukunft in der Nachwuchsförderung

Seine Zukunft sieht Jenkner im Gegensatz zu den Ex-Fahrern Dirk Raudies und Jürgen Fuchs nicht als TV-Experte: "Ich brauche etwas Handfestes." Jenkner, der insgesamt neun Jahre in der WM an den Start ging, und mit seinem einzigen Erfolg 2003 in Assen bei den 125ern den bis heute letzten deutschen Grand-Prix-Sieg einfuhr, will sich nun der Talentförderung widmen: "Der Zeitpunkt ist reif, um dem Sport einiges von dem zurückzugeben, was er mir geboten hat. Ich möchte meine Erfahrungen an junge Fahrer und Talente weitergeben, die in Zukunft die deutschen Fahnen hochhalten sollen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%