Motorsport Motorrad
Neukirchner will auch am Nürburgring triumphieren

Superbike-Pilot Max Neukirchner will beim Rennen am Nürburgring ganz vorne mitmischen. Der Drittplatzierte der WM-Wertung gibt sich optimistisch: "Ich glaube noch an den Titel."

In Sachsen ist Max Neukirchner bereits seit einiger Zeit eine Berühmtheit. Er hat einen eigenen Fanklub, und wenn er mit Freundin Kristin - einer früheren Miss Ostdeutschland - irgendwo auftaucht, wird er sofort von Autogrammjägern umringt und muss für Erinnerungsfotos posieren. Mittlerweile ist der 25-Jährige aus Thalheim nun auch auf dem besten Weg, allen deutschen Sportfans und den Motorrad-Anhängern weltweit ein Begriff zu werden.

Neukirchner richtet Kampfansage an Konkurrenz

Nach sechs von 14 Renn-Wochenenden der Superbike-WM liegt Suzuki-Werksfahrer Neukirchner überraschend auf Rang drei der Gesamtwertung. Nachdem er am 11. Mai in Monza als erster Deutscher in der 21-jährigen Geschichte der Superbike-WM einen Lauf gewonnen hat, formuliert er vor seinem Heimspiel an diesem Wochenende auf dem Nürburgring eine deutliche Kampfansage.

"Ich fahre bisher so konstant, ich glaube noch an den Titel", sagt Neukirchner im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid). Der erste Sieg wäre sogar schon am 6. April in Valencia möglich gewesen, als Neukirchner in Führung lag und vom aktuellen WM-Zweiten Carlos Checa (Spanien) in der letzten Kurve von der Strecke gedrängt wurde. "In Sachen WM-Wertung darf ich daran gar nicht denken. Und es waren auch große körperliche Schmerzen", erzählt Neukirchner: "Aber meinen Bekanntheitsgrad hat diese Aktion enorm gesteigert. Deshalb hatte sie auch was Gutes."

Was ihn in der Eifel erwartet, weiß der Sachse gar nicht so genau. "Das Interesse der Fans und Medien ist in den letzten Wochen sprunghaft gestiegen", sagt er: "Ich weiß nur, dass dort ordentlich was los sein wird." Die engsten Familien-Mitglieder werden vor Ort sein, der gesamte Fanklub ebenso, und für den "aufstrebenden Star" (so Suzuki nach der Vertragsverlängerung vor vier Wochen) stehen zahlreiche Termine auf dem Programm.

Medien, Sponsoren, Fans, alle wollen ihr Recht. Und erwarten natürlich einen Sieg in mindestens einem der beiden Rennen am Sonntag. Den hat "Max 76" sich auch als Ziel gesetzt, nur der angekündigte Regen macht ihm etwas Kummer: "Mit dieser Maschine bin ich noch nicht im Nassen gefahren".

"Fühle mich genau richtig aufgehoben"

Eigentlich galt Neukirchner als kommender deutscher Fahrer für die Motogp. Dass er sich auch nach dem unfreiwilligen Ausstieg von Alex Hofmann nicht für den möglichen Wechsel in die Motorrad-Königsklasse entschied, hat er bisher keine Sekunde bereut. "Ich kann zwar theoretisch jedes Jahr aus meinem Vertrag raus, aber im nächsten Jahr werde ich davon sicher keinen Gebrauch machen", sagt er: "Ich habe im Moment hervorragendes Material und fühle mich genau richtig aufgehoben. Außerdem habe ich mehr davon, wenn ich in der Superbike-WM um den Titel kämpfe, als wenn ich in der Motogp um die Plätze sechs bis zwölf fahre."

Hinzu komme auch, dass die Superbike-WM in vielen Ländern kein solches Schatten-Dasein führt wie in Deutschland. "In England oder den USA gibt es mehr Superbike- als Moto-GP-Fans, auch in Italien ist die Serie sehr populär", meint Neukirchner, und glaubt, dass auch in Deutschland großes Begeisterungspotenzial für die 1 000-Kubik-Maschinen vorhanden ist: "Mein Traum wäre natürlich, wenn die WM zum Sachsenring käme. Dort würden wir es sicher schaffen, mehr als 100 000 Zuschauer zu mobilisieren."

Zunächst aber kehrt die WM am Wochenende nach neun Jahren Pause auf den Nürburgring zurück. Zur Bearbeitung von Formalitäten, der Buchhaltung sowie der Koordination von Terminen hat Neukirchner inzwischen bereits zwei Helfer eingestellt. Viel Stress wird ihn dennoch erwarten, aber er wird ihn genießen. Schließlich ist er auf dem besten Wege, auch außerhalb Sachsens berühmt zu werden.

© SID

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