Motorsport Motorrad
Stefan Bradl mit doppeltem Pech in Donington

Ein persönlicher Schicksalsschlag und ein technischer Defekt stoppten den Deutschen Stefan Bradl beim 8. Lauf der Motorrad-WM. Der Kampf um die Gesamtwertung ist aber weiter offen.

Doppeltes Pech für Stefan Bradl. Die Angst um seinen im Koma liegenden Ex-Teamchef Dieter Stappert hatte die deutsche Nachwuchshoffnung schon ein sorgenvolles Wochenende bereit. Als auch noch das sportliche Pech hinzukam, gab es für den 18-Jährigen nur noch eine Devise: "Nichts wie raus aus Donington. Ich bin froh, wenn ich hier weg bin." Denn während sich der 15 Jahre alte Brite Scott Redding ausgerechnet bei seinem Heimspiel als jüngster Sieger aller Zeiten in die Motorrad-Geschichtsbücher schrieb, ging für das größte deutsche Talent am achten WM-Wochenende einfach alles schief. Am Ende stand bezeichnenderweise der erste Ausfall des Jahres für den WM-Dritten.

Teamchef erleidet Herzinfarkt

Bereits am Donnerstag erreichte ihn die schockierende Nachricht vom Herzinfarkt Stapperts. Der 65-Jährige, der auch schon Stefans Vater Helmut betreute, liegt nach einem Herzinfarkt im Koma. "Das war schon ein harter Schlag", meinte Bradl junior, der in seiner ersten WM-Saison 2006 vom langjährigen BMW-Rennleiter und derzeitigen Teamchef des Yamaha Indonesia Teams betreut wurde: "Ich drücke ihm ganz fest die Daumen." Im ersten Training kam er dann "nicht in die Gänge und wurde 18. Am zweiten Tag konnte ich mich wegen Regens nicht verbessern. Und als ich mich im Rennen vorgearbeitet habe, kam ein Unfall", zählte Bradl traurig auf. Auf Rang acht lag er bereits, als der Italiener Raffaele de Rosa nach einem Fahrfehler stehen blieb und der Deutsche auffuhr. Sandro Cortese (Berkheim/Aprilia) wurde Neunter, Robin Lässer (Isny/Aprilia) 21.

WM-Gesamtwertung weiter im Blick

"Ich war teilweise richtig flott, da wäre noch was gegangen", meinte Bradl. Dass der Aprilia-Pilot aus Zahling Rang drei in der WM-Wertung behielt, war "ein kleiner Trost". Der Rückstand auf den zweitplatzierten WM-Spitzenreiter Mike di Meglio (Frankreich/Derbi) ist zwar auf 55 Punkte angewachsen, doch mit den "eineinhalb Heimspielen" in Assen/Niederlande und auf dem Sachsenring vor der Brust hat Bradl den WM-Titel noch nicht abgeschrieben: "Der Rückstand ist groß, aber nichts ist unmöglich."

Brite jüngster Sieger aller Zeiten

Das bewies in Donington der Teenager Redding. Der Aprilia-Pilot kürte sich mit 15 Jahren und 171 Tagen zum jüngsten Grand-Prix-Sieger der Motorrad-Geschichte und löste damit den Italiener Marco Melandri ab, der 1998 in Assen im Alter von 15 Jahren und 324 Tagen den ersten Sieg einfuhr. Mit seinem ersten Erfolg beim achten Start sorgte Redding zudem für den ersten britischen Heimsieg überhaupt sowie den ersten Sieg eines Briten in der Achtelliterklasse seit Charles Mortimer 1973 in Jarama und damit 451 Rennen.

Auf dem Podium durfte übrigens nur di Meglio mit Alkohol feiern. Redding und der ebenfalls erst 15 Jahre alte Spanier Marc Marquez mussten wegen Minderjährigkeit die Sektdusche des Franzosen hilflos über sich ergehen lassen.

Finne in 250er-Klasse vorne

In der 250er-Klasse feierte der WM-Führende Mika Kallio (KTM) von Startplatz 14 aus seinen ersten Saisonsieg und baute den Vorsprung auf den auch in Donington zweitplatzierten Italiener Marco Simoncelli (Gilera) auf acht Punkte aus.

Stoner verdirbt Rossi Jubiläum

Weltmeister Casey Stoner hat dem siebenmaligen Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi sein Jubiläum verdorben. Der australische Ducati-Pilot siegte in der Motogp vor dem italienischen Yamaha-Fahrer, der zum 200. Mal bei einem WM-Lauf gestartet war. In der WM-Wertung baute Rossi seine Führung allerdings aus, da sein ärgster Verfolger Dani Pedrosa (Spanien/Honda) nur Dritter wurde. Mit 162 Punkten hat Rossi nun elf Zähler Vorsprung auf Pedrosa. Deutsche Fahrer sind in der "Königsklasse" nicht am Start.

© SID

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