Motorsport Motorrad
Team entlässt Alex Hofmann

Wegen angeblicher Arbeitsverweigerung ist Moto-GP-Fahrer Alex Hofmann von seinem Team Pramac D'Antin mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Der Bochumer wies die Vorwürfe energisch zurück.

Das Aus kam spät und einsilbig in Form einer schnöden Pressemitteilung am Motorhome in Estoril und und beendete wohl endgültig die Zeit des bisher einzigen deutschen Fahrers in der Motorrad-Königsklasse Motogp. Wegen angeblicher Arbeitsverweigerung entließ das Ducati-Satellitenteam Pramac D'Antin Alex Hofmann vier Rennen vor dem Saisonende mit sofortiger Wirkung.

Für den Deutschen ein unhaltbarer Vorwurf. "Mangelnde Motivation in den Raum zu stellen, ist heftig. Die Art und Weise, wie das alles verkauft wurde, ist rufschädigend", sagte der gebürtige Allgäuer dem sid und kündigte an, "dass ich natürlich alle rechtlichen Schritte prüfen werde".

Pressemitteilung um 1.21 Uhr

Das Team um den als aufbrausend bekannten Chef Luis D'Antin hatte die Öffentlichkeit um 1.21 Uhr in der Nacht zum Montag mit einer gerade mal dreizeiligen Mitteilung informiert. "Nach dem Großen Preis von Portugal, bei dem Alex Hofmann bei noch 17 zu fahrenden Runden in die Box kam und sagte: Ich habe nicht die Motivation, um die letzten Plätze zu kämpfen , hat das Team-Management entschieden, Hofmann für den Rest der Saison von seinen vertraglichen Pflichten zu entbinden", heißt es in der Verlautbarung. Ein Ersatzmann soll in den nächsten Tagen benannt werden.

Hofmann bestreitet die Darstellung energisch. "Natürlich waren bei mir viel Enttäuschung und Wut dabei", sagte der 27-Jährige, der schon vor dem Start einen Kupplungsschaden monierte, der von den Technikern aber nicht behoben werden konnte. Der Bochumer musste seine Maschine schon kurz nach dem Start gegen das Ersatzmotorrad eintauschen, fuhr hoffnungslos der Konkurrenz hinterher und stieg schließlich aus: "Meine Sätze sind aus dem Zusammenhang gerissen und so verkauft worden, dass es passt. Es war aber nie ein Thema, dass mir die Motivation fehlt, das Rennen zu Ende zu fahren. Ich habe es versucht, obwohl auch die Ersatzmaschine nicht richtig präpariert war."

Im Gegenzug erinnert Hofmann sogar daran, "dass ich in dieser Saison schon unter Voraussetzungen gefahren bin, bei denen sogar die Techniker den Kopf geschüttelt haben. Und als ich nach meiner Handverletzung in Misano starten wollte, musste ich hart darum kämpfen. Da kann man mir wohl kaum mangelnde Motivation vorwerfen."

Da die Stimmung im Team schon lange schlecht war und sich seine Abservierung spätestens zum Saisonende abzeichnete, hatte sich Hofmann mit der Hoffnung der bisher besten Saison seiner Karriere bereits nach Alternativen umgesehen. "Leider habe ich gemerkt, dass das Interesse nicht so groß ist", sagte er traurig: "Die Motogp ist inzwischen mehr Politik als Sport. Im Moment sieht es sehr danach aus, dass sich die Fans für das nächste Jahr auf eine Motogp ohne Alex Hofmann und ohne deutsche Beteiligung einstellen müssen."

Neukirchner ein Kandidat

Max Neukirchner (Thalheim), derzeit in der Superbike-WM im Einsatz und dort ohne Werksmaschine mit beachtlichen Ergebnissen, wird seit Jahren als möglicher Nachfolger in Stellung gebracht, damit der wichtige deutsche Markt nicht ohne nationalen Starter in der wichtigsten Klasse auskommen muss. Neukirchner hat sich jedoch kürzlich mit Suzuki auf einen Werksvertrag für die kommende Saison in der Superbike-WM geeinigt.

Hofmann muss den Schock erstmal verdauen. In Urlaub fahren wird er aber nicht. "Das wäre das falsche Signal", versicherte er: "Ich muss schauen, wie es weitergeht. Mit 27 bin ich für das Karriere-Ende noch zu jung."

© SID

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