Motorsport Motorrad
Tomczyk kritisiert eigene Jugendförderung

Mit viel Selbstkritik sieht Hermann Tomczyk die Jugendförderung des Adac. "Wir haben sicher nicht bei allen Talenten alles richtig gemacht", sagte der Motorsportpräsident des Verbandes.

Hermann Tomczyk hat die Jugendförderungdes des eigenen Verbandes kritisiert. "Dass wir keine Talente haben, stimmt nicht. Aber wir haben sicher nicht bei allen Talenten alles richtig gemacht", sagte der Adac-Motorsportpräsident am Rande des Großen Preises auf dem Sachsenring zum fehlenden Nachwuchs im deutschen Motorradsport: "Man muss das selbstkritisch sehen. Viele Talente werden zu jung nach oben gebracht. Wir müssen ihnen mehr Zeit zum Aufbau geben."

Als Beispiel führte Tomczyk den bei seinem Sprung in die WM 2004 erst 15-jährigen Georg Fröhlich an, der letztendlich nur sieben Rennen absolvierte: "Mit Georg hatten wir ein eigenes WM-Team, das war damals zu früh. Wenn man sieht, welch großes Event ein WM-Lauf ist, dann sollte man den Jungs die Möglichkeit geben, mental und sportlich gut vorbereitet einzusteigen." Derzeit gibt es in Deutschland nur vier Stammfahrer in der WM, keinen davon im Alter zwischen 16 und 26.

Die Kritik äußerte Tomczyk ausdrücklich nicht nur am Motorradsport: "Sie gilt generell für den Jugend-Bereich." Allerdings nicht nur für den Adac: "Auch Teams, Sponsoren und Eltern dürfen keinen allzu großen Druck auf die Talente ausüben."

Obwohl der Sachsenring am Wochenende wieder mit einem Zuschauerrekord von über 220 000 Besuchern aufwartet, ist ein zweiter deutscher Grand Prix derzeit kein Thema. "Wir haben uns bei der Vertragsverlängerung mit dem Sachsenring bis 2011 diese Option zusichern lassen", erklärte Tomczyk: "So eine Frage muss man jedes Jahr neu beurteilen. Klar ist, wenn es ein zweites deutsches Rennen gibt, müssen die beiden zeitlich weit auseinander liegen und völlig unterschiedliche Konzepte und Charaktere haben."

Dies sei aber frühestens ein Thema, wenn einer der beiden deutschen Formel-1-Läufe aus dem Kalender gestrichen werden würde, sagte Tomczyk mit Blick auf Gerüchte um den Hockenheimring: "Bisher sind wir jedenfalls immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass wir es bei einem Grand Prix belassen wollen."

© SID

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