Motorsport National
Formel-1-Comeback für Porsche kein Thema

Auch wenn der "Automobilsport zur Geschichte von Porsche" gehört, steht eine Rückkehr der Zuffenhausener in die Formel 1 nicht zur Debatte. Im sid-Interview nennt Sportchef Hartmut Kristen finanzielle Bedenken.

Autobauer Porsche wird in der nächsten Zeit nicht in der Formel 1 zu sehen sein. Angesichts der Skandale um den deutschen Hersteller Mercedes sind die Vorstände in Zuffenhausen derzeit sicherlich auch froh, nicht so im Rampenlicht zu stehen. Dennoch sei der Automobilsport weiterhin untrennbar mit der Geschichte des Hauses Porsche verbunden, betonte Hartmut Kristen im Interview des Sport-Informations-Dienstes (sid). "Außerdem ist es ein wichtiges Element, immer wieder die Verbindung zwischen Motorsport und Straßenfahrzeugen herzustellen", erklärte der Porsche-Sportchef weiter.

Für Kristen ist ein Engagement in der Königsklasse auch eine Frage der Finanzen und damit der Vernunft. Er wisse nicht, ob die Formel 1 für einzelne Veranstalter auf Dauer finanzierbar sei. In dieser Problematik sehe er aber auch etwas Positives: "Vielleicht macht das auch Budgets frei für andere Motorsport-Aktivitäten", mutmaßt der Porsche-Sportchef.

Engagement soll Geld einspielen

Kristen verweist darauf, dass Porsche der kleinste unabhängige Hersteller sei: "Die Frage für uns ist daher: Kann ein finanzielles Engagement, wie es in der Formel 1 erforderlich ist, wieder genug Geld einspielen, wie es vielleicht bei vergleichbaren Projekten der Fall wäre? Und zu diesem Ergebnis sind wir bisher nicht gekommen, dass es vergleichbar sein kann."

Kristen hat keine Bedenken, dass Porsche im Vergleich mit den anderen deutschen Autobauern im Motorsport zur Randnotiz verkommen könnte. "Wir haben nicht das Gefühl, dass unser Engagement im Motorsport nicht entsprechend gewürdigt wird", sagt er. Gerade in der American Le Mans Serie Alms, in der Porsche von Sieg zu Sieg eilt und nun vor dem Titelgewinn steht, sei in den vergangenen 18 Monaten sehr viel passiert, betont Kristen.

Schumacher-Rücktritt als Chance

Was ausgebaut werden kann, sei die Berichterstattung über diese Art von Motorsport in Europa. Kristen: "Der Aufmerksamkeitswert der DTM ist außerhalb von Deutschland auch begrenzt. Und mit der Formel 1 kann man ohnehin nicht konkurrieren, das ist die Nummer eins auf der Welt."

Der Rücktritt von Michael Schumacher werde sich laut Kristen nicht so negativ bemerkbar machen wie zuvor befürchtet: "Ich denke, dass die Formel 1 in der Zeit nach Michael Schumacher gut über die Runden kommt." Er sehe in dem Rücktritt aber auch eine Chance. Denn der Erfolg Schumachers habe die Möglichkeiten, die der Motorsport biete, zumindest in Deutschland eingeschränkt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%