Motorsport National
Private Gruppe managt neuen Nürburgring

Das Land Rheinland-Pfalz gibt die Leitung des Nürburgrings ab. Die private Unternehmensgruppe Lindner soll nun die wirtschaftlich angeschlagene Traditionsrennstrecke retten.

Nach anhaltend massiver Kritik gibt das Land Rheinland-Pfalz die Leitung des Nürburgrings ab, nun soll die private Unternehmensgruppe Lindner die wirtschaftlich angeschlagene Traditionsrennstrecke retten. "Wir haben zusammen mit externen Beratern und in enger Abstimmung mit renommierten Partnern ein Zukunftskonzept erarbeitet, das den Nürburgring stärkt und ihm strukturpolitisch noch mehr Gewicht verleiht", betonten der Ministerpräsident Kurt Beck und Wirtschaftsminister Hendrik Hering bei der Präsentation einer Neuausrichtung am Mittwoch in Mainz.

Im Zuge der Neustrukturierung wird die bisher für das operative Geschäft zuständige Nürburgring Gmbh ihrer bisherigen Aufgaben entbunden. Noch unklar ist, ob deren Geschäftsführer Walter Kafitz künftig zumindest noch als Berater für den Bereich Formel 1 zur Verfügung stehen wird. Dem Sport-Informations-Dienst (SID) sagte Kafitz: "Dazu gebe ich keinen Kommentar ab."

Die Lindner Gruppe betreibt an der Traditions-Rennstrecke in der Eifel bereits zwei Hotels und das Eifel-Dorf. "Wir streben an, in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Partnern vor Ort Wachstumsstrategien für den Nürburgring zu entwickeln", erklärte Jörg Lindner, geschäftsführender Gesellschafter der Lindner Unternehmensgruppe.

Wachstumsstrategien dringend notwendig

Wachstumsstrategien sind für den neuen Nürburgring auch dringend notwendig. Im Juli war der mehr als 300 Mill. Euro teure Freizeitpark eröffnet worden, die als schnellste Achterbahn der Welt gefeierte Attraktion des Parks ist aus Sicherheitsgründen bis heute noch nicht in Betrieb. Auch die bisherigen Besucherzahlen liegen hinter den Erwartungen zurück.

Zudem platzten Privatfinanzierungen. Landesvater Kurt Beck wurde vorgeworfen, man sei auf Betrüger hereingefallen. Einem geplanten Investor wurden Verbindungen zum kolumbianischen Drogenkartell nachgesagt. Ermittlungen wurden seitens der Staatsanwaltschaft Koblenz eingeleitet. Der Landtag in Mainz bestellte einen Untersuchungsausschuss.

Künftig wird die Finanzierung des Freizeitparks neu geordnet. Zwischen der von Jörg Lindner geleiteteten Betriebsgesellschaft, zu der auch die Firma Medinvest gehört, und den Besitzgesellschaften werden Pachtverträge geschlossen. Die Finanzierung erfolgt durch die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Dabei sollen keine Steuergelder eingesetzt werden.

"Die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geht nach intensiver Prüfung davon aus, dass es mit der neuen Konzeption bezogen auf den Zeitraum 2010 bis 2020 möglich sein wird, Zinsen und Abschreibungen der Besitzgesellschaften zu erwirtschaften", erklärte Hendrik Hering.

Der selbst in die Kritik geratene SPD-Politiker Kurt Beck betonte am Mittwoch noch einmal die Rolle des Nürburgrings für die konjunkturschwache Eifel-Region. "Der Nürburgring ist eine Marke mit Weltruf, deren Potenzial als Wirtschaftsmotor es zu nutzen gilt", so der Ministerpräsident.

© SID

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