Motorsport National
Stuck: "Johannes hat nur wirres Zeug geredet"

Nach dem schweren Unfall seines Sohnes Johannes befürchtete Hans-Joachim Stuck das Schlimmste. Doch zumindest akute Lebensgefahr bestand zu keinem Zeitpunkt.

Hans-Joachim Stuck hat in seiner langen Karriere schon viel mitgemacht, doch am Wochenende erlebte er seinen bislang schlimmsten Alptraum. Der 57-Jährige stand ausgerechnet auf seinem geliebten Nürburgring Todesängste um Sohn Johannes aus. Der Junior war beim 6. Saisonrennen zur deutschen Langstrecken-Meisterschaft schwer verunglückt. Laut Rennarzt Dr. Helmut Hermann erlitt der 21-Jährige ein Schädel-Hirn-Trauma, eine schwere Gehirnerschütterung und Prellungen. Akute Lebensgefahr habe aber zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Stuck senior, der ebenfalls an dem Rennen teilnahm, hat vom Unfall des Sohnes in der Box erfahren. "Ich stand zum Fahrerwechsel bereit und wollte das Auto von meinem Teamkollegen übernehmen, als ich die Nachricht erhielt", sagte "Strietzel" sichtlich geschockt. Es sei für ihn nicht einfach gewesen, trotzdem zur Tagesordnung überzugehen.

"Er hat nur wirres Zeug geredet"

Nach dem Unfall telefonierte der Vater sofort mit dem Sohn. "Er hat da allerdings nur wirres Zeug geredet und konnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal daran erinnern, dass wir im Rennen Konkurrenten waren", meinte Stuck senior, ab diesem Jahr VW-Repräsentant.

Johannes Stuck wurde von den Rettungskräften aus seinem total zerstörten Porsche geborgen und nach der Stabilisierung in das Medical Center an die Rennstrecke gebracht. Ein Rettungshubschrauber des Adac flog ihn eine Stunde später ins Brüder-Krankenhaus nach Trier.

Stuck hatte mit seinem über 500 PS starken Porsche die Boxengasse zu einem planmäßigen Fahrerwechsel angesteuert und war dabei mit einem BMW-Piloten kollidiert, den er unmittelbar zuvor noch überholt hatte. Dabei verlor Stuck die Kontrolle über den Sportwagen und prallte trotz Vollbremsung noch mit hoher Geschwindigkeit rückwärts in die Streckenbegrenzung.

Unfall schon im April

Der talentierte Junior, der vor Saisonbeginn von BMW in einen Porsche gewechselt ist, hatte bereits beim Saisonstart am 12. April einen schweren Unfall auf der Nordschleife. Dabei kam er mit einer kleinen Schwellung der Milz sowie einer überdehnten Halswirbelsäule vergleichsweise glimpflich davon. Am 21. Juni hatte Stuck junior seinen lang ersehnten ersten Gesamtsieg in der "grünen Hölle" gefeiert und danach weitere Erfolge auf seiner Lieblingsstrecke angekündigt.

Bei Halbzeit des Rennens lagen Stuck Marc Basseng (Leutenbach) auf der Kombination aus Grand-Prix-Kurs (Kurzanbindung) und Nordschleife (24,433km) 32,5 Sekunden vor der Konkurrenz mit insgesamt 204 Startern.

Sieg an Lieb/Tiemann/Klasen

Nach dem Unfall ging der Sieg an Marc Lieb/Marcel Tiemann/Arno Klasen (Ludwigsburg/Soltau/Karlshausen) im werksunterstützten Manthey-Porsche. Stucks 57 Jahre alter Vater und sein Teamkollege Dirk Adorf (Altenkirchen) kamen in einem Lamborghini Gallardo auf Platz sieben.

Auch Renn-Idol Hans-Joachim Stuck wäre der berühmte Eifelkurs am 29. April 2007 fast zum Verhängnis geworden. Nach dem schwersten Unfall seiner 40-jährigen Karriere war der Wahl-Österreicher mit einem Rettungshubschrauber ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz geflogen worden. Dort hatten die Ärzte den Bruch des zweiten Lendenwirbels, zahlreiche schwere Prellungen - unter anderem des Brustbeins - und eine Herzquetschung festgestellt.

© SID

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