Motorsport
Neuer Fia-Präsident Todt schwört Formel 1 auf Sparkurs ein

Der mächtige Motorsportverband Fia war stets die Bühne für Intrigen und Hahnenkämpfe um Geld und Macht. Der ehemalige Ferrari-Chef Jean Todt fühlt sich wohl in diesem Theater – und führt nach seiner Wahl zum Fia-Präsidenten am Freitag in Paris als Höhepunkt seiner Karriere nun in Zukunft sogar die Regie.

PARIS. Todt, dessen Kandidatur sowohl vom scheidenden Fia-Boss Max Mosley als auch von Formel-1-Pate Bernie Ecclestone unterstützt wurde, kennt die Motorsportszene in- und auswendig. Seit über 40 Jahren ist er dabei - erst als Rallye-Copilot, später leitete er das Rennteam von Peugeot. Seine Blütezeit erlebte der Sohn polnischer Einwanderer am Kommandostand des Formel-1-Teams von Ferrari, wo er 13 Weltmeistertitel erringen konnte. Wegen Todts hervorragender Vernetzung im Motorsport stänkerte Rivale Ari Vatanen im Vorfeld der Entscheidung von Paris, dass dieser der Mann des "Weiter so" im Formel-1-Zirkus sei, mit dem wichtige Reformen keine Chance hätten. Ferner habe Mosley mit seiner Fürsprache für den Franzosen gegen das Neutralitätsgebot verstoßen.

Prompt schoss Todt zurück. In einem offenen Brief an die Fia schrieb er: "Wir haben versucht zu verstehen, welche Politik Vatanen vorschlägt. Wir haben es nicht geschafft, es gibt keine Vorschläge." Und angesichts des Vorwurfs, er sei der Kandidat der Kontinuität, erklärte er in einem Interview: "Lesen Sie beide Politikvorschläge und urteilen Sie dann, wer mehr Änderungen vorschlägt."

Doch auch Todt hat keineswegs Revolutionen im Sinn - vermutlich ist er deshalb Mosley und Ecclestone genehm. Brav attestiert Todt dem umstrittenen Mosley auch, "einen bemerkenswerten Parcours" bei der Fia hingelegt zu haben. In seiner "Roadmap to Renewal" fordert er, Kommissare einzurichten - diese sollen jeder Rennserie vorstehen, sie überwachen und auf diese Weise den Fia-Präsidenten entlasten. Wer den neuen Kommissarjob für die Formel 1 bekommen soll, will Todt derzeit noch nicht verraten. Des Weiteren plant er ein neues Disziplinarverfahren, das zweifelhafte Vorgänge unabhängig untersucht.

Bei dem Streit zwischen Ecclestones Vermarktungsunternehmen Formula One Group (FOM) und den Rennteams will sich Todt indes vornehm zurückhalten. "Die Fia ist eine regelgebende Instanz. Ich werde nicht in die kommerziellen Verhandlungen zwischen den Herstellern und der FOM intervenieren." Seit Jahren fordern die Teams mehr Geld aus der Rechtevermarktung.

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