Motorsport Rallye
Alphand vor Triumph bei Rallye Dakar

Vor der letzten Etappe der Rallye Dakar führt der Franzose Luc Alphand die Gesamtwertung an. Da beim 15. Teilstück am Sonntag wegen eines Todesfalls aber keine Zeitwertungen erfolgen, ist Alphand der Sieg fast sicher.

Der Franzose Luc Alphand geht am Sonntag als Führender der Gesamtwertung bei der letzten Etappe der Rallye Dakar an den Start. Der ehemalige Ski-Weltcupsieger steht damit vor dem wohl größten Triumph als Rallye-Pilot, da auf dem letzten Teilstück keine Zeitwertungen mehr vorgenommen werden.

Der Mitsubishi-Pilot büßte auf dem 14. Teilstück auf Platz acht zwar einige Zeit auf seinen schärfsten Verfolger Geniel de Villiers aus Südafrika ein, der im VW Race Touareg die fünfte Position belegte, doch Alphand liegt immer noch 17:53 Minuten vor seinem Widersacher.

Erneute Tragödie

Überschattet wurde die Etappe über 254 Wertungskilometer von Tambacounda nach Dakar von einem tragischen Zwischenfall. Wie die Organisatoren mitteilten, wurde ein 12-jähriger Junge von einem Begleitfahrzeug erfasst und erlag seinen schweren Verletzungen. Bereits einen Tag zuvor war ein Zehnjähriger bei einem Unfall zu Tode gekommen. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer bei der diesjährigen "Dakar" auf drei. Vor den beiden Zuschauern war der australische Motorrad-Fahrer Andy Caldecott bei einem Sturz auf der 9. Etappe ums Leben gekommen.

Trotz des Todesfalls wird das Wüsten-Spektakel am Sonntag planmäßig zu Ende gefahren. Allerdings werden keine Zeitwertungen mehr vorgenommen. Sollte Alphand von Unfällen verschont bleiben, ist ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen.

Die vorletzte Etappe am Samstag endete mit einem Doppelsieg für BMW. Es gewann der Franzose Guerlain Chicherit in einer Gesamtzeit von 2:36:33 Stunden und einem Vorsprung von 3:13 vor Alfie Cox aus Südafrika. Bester VW-Pilot war der US-Amerikaner Mark Miller auf Rang drei.

Villiers mit Rang zwei zufrieden

Villiers meinte vor dem Finale: "Ich bin sehr zufrieden mit dem 2. Platz. Ich habe mich sehr verbessert, auch gegenüber dem letzten Jahr. Rund 18 Minuten Abstand - das ist einfach nur Pech." Vergeblich hatte er gehofft, Alphand würde angesichts der schwierigen Navigation dem zweimaligen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) folgen, der sich verfahren hatte.

Doch der Franzose sagte: "Es war taktisch richtig, hinter Villiers zu fahren, die Navigation war wirklich problematisch." Von seinem Sieg könne ihn jetzt nur noch "ein mechanisches Problem abhalten", meint Alphand, und will deswegen am Sonntag "autoschonend fahren." Er weiß: "Nichts ist wirklich vorbei, bevor man nicht im Ziel ist."

VW-Motorsport-Direktor Kris Nissen meinte vor dem Finale: "Wir wissen seit drei Tagen, dass wir aus eigener Kraft nicht mehr gewinnen können. Aber auch, dass die Rallye jeden Tag auf den Kopf gestellt wurde. Wir sind zuversichtlich, dass wir den zweiten Platz nach Hause fahren können, aber haben nichts dagegen, wenn es noch der erste wird..."

© SID

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