Motorsport Rallye
Kleinschmidt peilt mit VW den Dakar-Sieg an

In Lissabon beginnt heute die 28. Rallye Dakar. Bei der härtesten Prüfung im Motorsport über insgesamt 9 043 Kilometer rechnet sich auch das VW-Team mit "Wüstenkönigin" Jutta Kleinschmidt Chancen auf einen Sieg aus.

Heute wird im portugiesischen Lissabon der Startschuss für die 28. Auflage der Rallye Dakar gegeben. Wenn es nach dem Automobilkonzern VW geht, soll dieses Mal endlich die Siegesserie von Mitsubishi gebrochen werden - zuletzt feierten die Japaner fünf Erfolge in Serie. Für den VW-Triumph über 9 043 Kilometer von Lissabon nach Dakar sorgen sollen "Wüstenkönigin" Jutta Kleinschmidt und der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz aus Spanien.

Die Zuversicht, das Mitsubishi-Team um den achtmaligen Dakar-Sieger Stephane Peterhansel aus Frankreich (sechsmal Motorrad, zweimal Auto) schlagen zu können, stützt sich auf den stark verbesserten Touareg und ein hochkarätiges Fahrerteam mit Jutta Kleinschmidt und Weltcupsieger Bruno Saby (Frankreich), die beide die "Dakar" schon gewonnen haben, Debütant Sainz (Spanien), Giniel de Villiers (Südafrika) und Mark Miller (USA).

"Auto hat Sieg-Chancen"

"Unser Ziel ist natürlich zu gewinnen, wobei das viele wollen. Wichtig für mich ist, dass wir eine Chance auf den Sieg haben. Was das Auto angeht, bin ich sicher", sagte Jutta Kleinschmidt, die 2001 als bislang einzige Frau die berüchtigte Wüstenrallye gewonnen hat, dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Geringere Ambitionen als die Wolfsburger hat die frühere DTM-Pilotin Ellen Lohr (Mönchengladbach), die in einer Mercedes M-Klasse zum zweiten Mal versucht, das Ziel am Lac Rose vor den Toren der Hauptstadt des Senegal zu erreichen. Der sechsmalige deutsche Rallye-Meister Matthias Kahle (Görlitz) startet mit einem Honda-Buggy.

Dagegen könnte die private BMW-Truppe des früheren Mitsubishi-Sportchefs Sven Quandt, in dem unter anderem der frühere Motorrad-Pilot Alfie Cox (Südafrika) sein Vierrad-Debüt gibt, als Außenseiter für Furore sorgen. Cox hat der Motorrad-Fraktion wie zuvor bereits Peterhansel, dessen Mitsubishi-Kollege Juan Roma (Spanien) oder auch Jutta Kleinschmidt den Rücken gekehrt.

Zwei tödliche Unfälle im Jahr 2005

2005 waren bei der härtesten Prüfung im Motorsport überhaupt der mehrmalige Dakar-Sieger Fabrizio Meoni (Italien) und Jose Manuel Perez (Spanien) mit dem Motorrad tödlich verunglückt. Insgesamt hat das seit 1979 veranstaltete Wüstenspektakel schon 48 Todesopfer gefordert.

Nach dem Start am Silvestertag liegen insgesamt 15 Etappen durch Portugal, Spanien, Marokko, Mauretanien, Mali, Guinea und den Senegal mit 4 813 Wertungskilometern vor den Teilnehmern. Insgesamt sind 188 Autos, 240 Motorräder und 80 LKW am Start.

Neue Herausforderung für Sainz

Carlos Sainz ist zum ersten Mal dabei. Der 43 Jahre alte Spanier war in der klassischen Rallye-WM zweimal Champion und führt mit 26 Siegen dort die ewige Bestenliste an. Jetzt stellt er sich einer neuen Herausforderung. "Ich hatte immer im Kopf, wenn ich die Chance bekomme, dann will ich es einmal versuchen", sagte Sainz im Gespräch mit dem sid. Der Spanier verlässt sich auch auf die große Erfahrung seines Co-Piloten Andreas Schulz aus München, der schon Jutta Kleinschmidt und den Japaner Hiroshi Masuoka zum Dakar-Triumph geführt hat.

"Wir standen über all die Jahre immer in Kontakt", sagte Sainz über Schulz, den er aus seiner Anfangszeit in der Rallye-WM bei Toyota kennt, wo der Münchner als Mechaniker dabei war: "Er wusste, dass ich ihn anrufen würde, und ich wusste, dass er mir helfen würde." Als der Anruf von Sainz kam, "habe ich schon ja gesagt, bevor Carlos etwas sagen konnte", verriet Schulz dem sid.

Schulz fehlt Mitsubishi

Der Münchner verstärkt nicht nur die hochkarätige Beifahrer-Riege bei VW, zu der auch die Italienerin Fabrizia Pons (Kleinschmidt), der Franzose Michel Perin (Saby), die Schwedin Tina Thörner (de Villiers) und Dirk von Zitzewitz (Karlshof) gehören, sondern er fehlt auch dem Konkurrenten Mitsubishi. Insgesamt zehnmal haben die Japaner, für die neben Peterhansel, Roma und Masuoka auch der frühere Ski-Weltcupsieger Luc Alphand (Frankreich) fährt, bereits die Dakar gewonnen, davon zuletzt fünfmal in Folge.

© SID

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