Motorsport Rallye
Loeb schafft sechsten Sieg bei Deutschland-Rallye

Weltmeister Sebastien Loeb hat zum sechsten Mal in Folge den Sieg bei der Deutschland-Rallye gefeiert. Der Franzose profitierte dabei auch von einem Ausrutscher seines ärgsten Konkurrenten Marcus Grönholm am letzten Tag.

An Sebastien Loeb führt bei der Deutschland-Rallye weiter kein Weg vorbei. Der Franzose aus dem nahe gelegenen Elsass hat in Trier auch die sechste Auflage des Events gewonnen und rund um den Circus Maximus den Angriff von "Gladiator" Marcus Grönholm auf seinen Thron abgewehrt. Während Loeb in seinem Citroen C4 als erster Fahrer in der Geschichte der Rallye-WM sechsmal in Folge den gleichen WM-Lauf gewann, leistete sich der Finne Grönholm im Ford Focus in der 19. und letzten Wertungsprüfung einen folgenschweren Ausrutscher. Der warf "Bosse" vom zweiten auf den vierten Platz zurück und ließ seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf Loeb auf einen Schlag von 13 auf acht Punkte zusammenschmelzen (80:72).

"Ich freue mich riesig. Besonders wichtig ist der Erfolg im Hinblick auf Punkte in der WM", sagte Triumphator Loeb, der auch beim sechsten WM-Lauf auf deutschem Boden seit der Premiere 2002 seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit wahrte. Grönholm dagegen haderte nach seinem Patzer, der eine ungewöhnliche Ursache hatte: "Ich habe eine Kuh gesehen und dadurch die Konzentration verloren. Dann bin ich abgeflogen", meinte der Landwirt aus Espoo, der am Ende des Jahres seine Karriere möglicherweise beenden will - am liebsten natürlich mit seinem dritten WM-Titel nach 2000 und 2002.

Belgier Duval landet auf Rang zwei

Durch Grönholms Patzer holte sich der Belgier Francois Duval in einem zwei Jahre alten Citroen Xsara des OMV-Teams bei seinem WM-Comeback den zweiten Platz (20,8 Sekunden zurück) vor Grönholms Landsmann und Teamkollegen Mikko Hirvonen (1:19,1 Minuten), der auch in der Gesamtwertung mit 64 Punkten Dritter ist. Grönholm schleppte seinen beschädigten Ford zumindest noch die restlichen 31 Kilometer ins Ziel in Trier und rettete als Vierter (1:36,5) fünf WM-Punkte.

"Ich habe ihm heute morgen gesagt, dass er Marcus jagen soll", berichtete Loeb über ein kurzes Gespräch am Sonntagmorgen mit seinem früheren Teamkollegen Duval. Der hielt sich an die Anweisung von "Super Seb" und trieb Grönholm mit fünf Bestzeiten in den fünf letzten Prüfungen in den entscheidenden Fehler. "Wir haben am Schlusstag nochmals alles probiert und es ist aufgegangen. Der Kampf bis zum letzten Kilometer hat großen Spaß gemacht", meinte Duval.

210 000 Fans an der Strecke

Insgesamt mobilisierte der sechste deutsche WM-Lauf am Wochenende 210 000 Fans, rund 15 000 Zuschauer verfolgten am Sonntagvormittag den Circus Maximus im historischen Herzen der Römerstadt Trier rund um die Porta Nigra. Die 4,37 Kilometer lange Prüfung war eine Weltpremiere, bei der erstmals in der WM vier Autos gleichzeitig um Sekundenbruchteile kämpften. "Das war eine gelungene Premiere. Ich hatte das Gefühl, ganz Trier war auf den Beinen", sagte Hermann Tomczyk, Sportpräsident des ausrichtenden Adac sowie Chef des Deutschen Motor Sport Bundes Dmsb, der den WM-Lauf gerne auch über das Vertragsende 2008 hinaus als festen Bestandteil im dann auf zwölf Läufe reduzierten Kalender sehen würde.

Auch von den Fahrern gab es viel Lob für den Circus. "Eine schöne Prüfung mitten in der Stadt", meinte Loeb, der sich am Ende sehr über die Unterstützung von Duval freute, der am Freitag nach der ersten Etappe sogar 1,3 Sekunden vor Loeb Erster war, am Samstag nach zwei Drehern aber hinter Grönholm zurückgefallen war.

"Ich bin sehr froh, dass er so hart pusht. Es ist gut für die Meisterschaft", meinte der Champion der letzten drei Jahre, der jetzt wieder größere Chancen auf den vierten Titel in Serie sieht. Ihm selbst war auf Sardinien ein ähnliches Missgeschickt passiert wie jetzt Grönholm, als er in Führung liegend am letzten Tag nach einem Unfall ausschied.

© SID

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