Motorsport Rallye
Rallye-Tross von VW bricht nach Lissabon auf

Zuversichtlich hat sich das VW-Team nach Lissabon aufgemacht, wo am Silvestertag die Rallye Dakar startet: "Wir als Volkswagen wollen gewinnen. Wir können uns gar nichts anderes vorstellen", so Technikchef Bockelmann.

80 Personen, die Race Touareg und 22 Service-Fahrzeuge auf dem Weg nach Lissabon und dem gemeinsamen Ziel: der Gewinn der Dakar-Rallye 2006, der härtesten Wüstenrallye der Welt. Beim Aufbruch aus verschneiten Wolfsburger Gefilden wurden Jutta Kleinschmidt und ihre vier Fahrerkollegen des Werksteams vom Automobilkonzern VW vom Applaus mehrerer hundert Fans begleitet. Nach einem Konvoi durch die Autostadt brach das Team in Richtung der portugiesischen Hauptstadt auf, wo am Silvestertag die 28. Auflage der "Dakar", bei der VW Seriensieger Mitsubishi vom Thron stoßen will, gestartet wird.

"Wir als Volkswagen wollen gewinnen. Wir können uns gar nichts anderes vorstellen", sagte VW-Technikkoordinator Wilfried Bockelmann vor dem Aufbruch seiner Mannschaft: "Wir haben ein siegfähiges Team, und ich denke, wir haben eine hervorragende Chance."Ähnlich sieht es "Wüstenkönigin" Jutta Kleinschmidt, die 2001 als bislang einzige Frau und einzige Deutsche die "Dakar" gewonnen hat. "Man kann Siege nicht programmieren, aber wir haben ein Auto, mit dem wir gewinnen können", meinte die gebürtige Kölnerin, deren früherer Erfolgsbeifahrer Andreas Schulz (München) jetzt auch zum VW-Team gehört.

VW mit völlig überarbeitetem Touareg

Schulz, der für Mitsubishi Kleinschmidt und den Japaner Hiroshi Masuoka zu Dakar-Siegen führte, fährt mit Neuzugang Carlos Sainz. Der Spanier, zweimaliger Rallye-Weltmeister und mit 26 Siegen erfolgreichster Rallye-Pilot aller Zeiten, hat das Metier gewechselt und fiebert bereits seiner ersten großen Marathon-Rallye entgegen. "Ich will endlich wissen, ob die 400, 500 verrückten Geschichten über die "Dakar", die mir meine Kollegen erzählt haben, wirklich stimmen", sagte Sainz.

Neben Kleinschmidt und Sainz schickt VW-Motorsportdirektor Kris Nissen im völlig überarbeiteten Touareg den Franzosen Bruno Saby, der VW 2005 die ersten drei Siege sowie den Gewinn des Gesamtweltcups beschert hat, den Südafrikaner Giniel de Villiers und Mark Miller aus den USA ins Rennen - ohne persönliche Präferenzen. "Wir haben fünf gute Fahrer-Paarungen. Jeder hat seine Stärken und nicht sehr viele Schwächen. Für uns ist es wichtig, dass wir eine Chance haben, um den Sieg mitzufahren, und es ist nicht wichtig, welche Fahrer-Paarung es ist", sagte Nissen im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der frühere DTM-Pilot ist überzeugt, dass sein Team mit der Erfahrung aus zwei "Dakars" sowie dem neuen Auto eine echte Siegchance hat. "Wir haben strategisch über zwei Jahre auf unser Ziel hingearbeitet, ein konkurrenzfähiges Paket für 2006 zu haben. Das glauben wir jetzt zu haben, und deswegen gehen wir auch mit der Zielsetzung hin zu gewinnen. 2005 wäre das nur mit Hilfe vom Renngott möglich gewesen", sagte Nissen, der neben dem Quartett von Mitsubishi um Titelverteidiger Stephane Peterhansel (Frankreich) auch noch die privaten BMW von Teamchef Sven Quandt und Altmeister Jean-Louis Schlesser (Frankreich) in dessen Buggy auf der Rechnung hat.

"Am liebsten möchte ich natürlich selbst gewinnen"

Für Jutta Kleinschmidt, die von Beginn an in das Projekt eingebunden war, ist "dieses Jahr besonders aufregend": "Wir haben drei Jahre lang auf diese Rallye hingearbeitet", sagte Kleinschmidt, die sich als Teamplayer auf jeden Fall einen VW-Sieg wünscht. "Das ist unser Ziel", sagte sie: "Aber wenn ich ganz ehrlich bin, am liebsten möchte ich natürlich selbst gewinnen."

Die 28. "Dakar" führt vom 31. Dezember 2005 bis 15. Januar 2006 über 9 043 Kilometer mit 4 813 Kilometern Wertungsprüfungen von Lissabon in die Hauptstadt des Senegal. 15 Etappen durch Portugal, Spanien, Marokko, Mauretanien, Mali, Guinea und den Senegal stehen auf dem Programm. Insgesamt sind 188 Autos, 240 Motorräder und 80 LKW am Start, darunter auch die frühere DTM-Pilotin Ellen Lohr aus Mönchengladbach in einer privat eingesetzten Mercedes-M-Klasse.

© SID

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