Motorsport Rallye: Sainz setzt sich an die Spitze der Dakar-Rallye

Motorsport Rallye
Sainz setzt sich an die Spitze der Dakar-Rallye

Der Spanier Carlos Sainz hat im VW Touareg die mit 837km längste Etappe der diesjährigen Dakar-Rallye gewonnen. Er übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung.

VW vor BMW, zufriedene Teilnehmer, begeisterte Zuschauer - die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar ist nach dem Fiasko 2008 in der neuen Heimat in Südamerika bestens angekommen. Nach der offiziellen Startzeremonie vor mehr als 500. 000 Menschen im Herzen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires machte Nasser Al-Attiyah aus Katar den Favoriten zunächst einen Strich durch die Rechnung und gewann im BMW X3 des hessischen X-Raid-Teams die Auftaktetappe. Am Tag danach dominierte der zweimalige Weltmeister Carlos Sainz aus Spanien im VW Race Toureg und übernahm dadurch die Führung in der Gesamtwertung.

Längste Etappe der diesjährigen Dakar

Auftaktsieger Al-Attiyah kam auf der zweiten Etappe nicht über Position neun hinaus und fiel damit im Gesamtklassement mit einem Rückstand von 4:15 Minuten auf Sainz auf Rang vier zurück. Sainz gewann die mit 837km (237 Wertungskilometer) längste Etappe der diesjährigen Dakar in 1:56:14 Stunden vor dem Franzosen Stephane Peterhansel im Mitsubishi Lancer (1:14 Minuten zurück) und dem Südafrikaner Giniel de Villiers in einem weiteren VW (1:56).

"Das war heute eine sehr schwierige Prüfung", sagte Sainz: "Wir fuhren im dichten Staub der vor uns gestarteten Motorradfahrer und mussten auch viele überholen." Der Spanier hat in der Gesamtwertung einen Vorsprung von 2:19 Minuten auf seinen Markenkollegen de Villiers, der sich mit seinem Co-Piloten Dirk von Zitzewitz (Karlshof) vom dritten auf den zweiten Platz verbesserte. Auf Rang drei (3:51 Minuten zurück) folgt in dem Titelverteidiger und neunmaligen Sieger Peterhansel der erste Mitsubishi-Pilot.

Verhoeven siegt bei den Motorrädern

Bei den Motorrädern siegte der Niederländer Frans Verhoeven (KTM) vor dem französischen Titelverteidiger Cyril Despres. In der Gesamtwertung führt allerdings immer noch der Spanier Marc Coma, der die Auftaktetappe auf KTM mit über 22 Minuten Vorsprung für sich entscheiden hatte.

"Wir sind hier, um gute Ergebnisse zu erzielen und die Dakar zu gewinnen. Das war ein Auftakt nach Maß", sagte Al-Attiyah nach dem ersten Tag. Der 38-Jährige fuhr auf der 371 Kilometer langen Prüfung zwischen Buenos Aires und Santa Rosa einen Vorsprung von 2: 17 Minuten auf Sainz heraus.

VW mit starkem Auftritt

De Villiers und Mark Miller (USA) sorgten auf den Plätzen drei und vier für einen guten VW-Auftakt. Die Wolfsburger setzen vier 280 PS starke Touareg ein und wollen die Dakar als erster Hersteller mit einem Diesel-Fahrzeug gewinnen.

Zufriedene Gesichter gab es im VW-Lager. "Ich bin glücklich mit diesem Ergebnis", meinte Sainz, der von der Atmosphäre angetan war: "Die Zuschauermassen sind einfach unglaublich." VW-Motorsportchef Kris Nissen sprach von einem "gelungenen Auftakt, sowohl, was die Rallye selbst angeht, als auch für Volkswagen".

Pech für deutschen Hoffnungsträger

Pech hatte dagegen der deutsche Hoffnungsträger Dieter Depping (Wedemark) im vierten VW Race Touareg. "Ein kleines elektronisches Problem mit großer Wirkung hat Depping viel Zeit gekostet", sagte Nissen. Mit mehr als einer Stunde Rückstand kam der viermalige deutsche Rallye-Meister schließlich nur als 80. ins Ziel.

Zunächst sei alles optimal gelaufen, meinte Depping. Doch etwa 80km vor dem Ziel sei sein Motor plötzlich nicht mehr über 2000 Umdrehungen hinausgekommen, sagte der VW-Pilot, der jedoch nicht aufgeben will: "Noch ist nichts verloren."

Dakar mit neuer Heimat in Südamerika

Insgesamt stehen 9 578 Kilometer durch Argentinien und Chile auf dem Programm. Die Dakar war 2008 wegen Terror-Drohungen abgesagt und daraufhin nach Südamerika verlegt worden. Sie endet nach 14 Etappen über unterschiedlichstes Terrain mit zwei Anden-Überquerungen und einer Passage durch die extrem trockene Atacama-Wüste am 18. Januar ebenfalls in Buenos Aires.

530 Teilnehmer auf Autos, Motorrädern, Trucks und Quads stellen sich der Herausforderung. Bis auf eine Höhe von 4 700 Meter führt die Strecke. Eurosport (täglich 19.15 und 23.00 Uhr), RTL und ARD berichten über das größte Abenteuer im Automobilsport.

© SID

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