Motorsport Rallye
Von Zitzewitz: "Das Ding wieder für VW gewinnen"

Dirk von Zitzewitz plant bei der Rallye Dakar zusammen mit Giniel de Villiers die Titelverteidigung. "Wir wollen das Ding natürlich wieder für VW gewinnen", so von Zitzewitz.

Zusammen mit Giniel de Villiers hat VW-Beifahrer Dirk von Zitzewitz bei der Rallye Dakar 2010 die Titelverteidigung ins Visier genommen. Seine eigene Rolle im Cockpit schätzt der 41-Jährige als wichtig sein. "Ein guter Fahrer mit schlechtem Co-Piloten hat keine Chance", sagte von Zitzewitz im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

SID: "Sie haben mit Giniel de Villiers 2009 die Dakar gewonnen, viele sagen auch dank Ihrer guten Navigation. Mit welchen Erwartungen gehen Sie jetzt in die Dakar 2010?"

Dirk von Zitzewitz: "Nach dem Erfolg vom letzten Mal geht man natürlich mit sehr hohen Erwartungen in das Rennen. Giniel und ich treten an, um unseren Titel zu verteidigen, und wir wollen das Ding natürlich wieder für Volkswagen gewinnen. Das ist unser großes Ziel."

SID: "Wie wichtig ist der Co-Pilot bei einem Dakar-Sieg?"

von Zitzewitz: "Wir sind der Meinung, dass der Anteil am Erfolg oder die Verteilung der Verantwortung und der Wichtigkeit im Auto 50:50 ist. Wenn der Co-Pilot einen Fehler macht, sieht man das natürlich sofort, und es kann sehr viel Zeit kosten. Und wenn er gut ist, fällt es oftmals nicht auf. Aber ein guter Fahrer mit einem schlechten Co-Piloten hat keine Chance, vorne dabei zu sein. Ein guter Co-Pilot kann aus einem schlechten Fahrer noch einiges herausholen und ihn gut ins Ziel bringen."

SID: "Gibt es irgendwelche speziellen Dinge, wie Sie sich auf die Dakar 2010 und die Streckenführung vorbereitet haben?"

von Zitzewitz: "Durch unser Wissen von der letzten Dakar war die Vorbereitung diesmal ein bisschen einfacher. Wir wissen jetzt schon so ungefähr, was uns erwartet. Dadurch gehe ich etwas entspannter und ruhiger an diese neue Dakar heran. Durch den Erfolg vom letzten Jahr und auch das Wissen um das Land. Ich habe natürlich die alten Aufzeichnungen angeschaut, alte Berichte gesehen und viel Zeit am Computer verbracht, mir auf Google Earth viele Bilder und Karten angeschaut. Das ist aber eher wie immer."

SID: "Wann fängt so das Kribbeln vor einer Dakar an?"

von Zitzewitz: "Es geht eigentlich immer Ende November los, wenn die Vorbereitung intensiver wird, man mehr Informationen bekommt, die ersten Interviews gibt. Dann kommt das erste Kribbeln. Die typische echte Renn-Nervosität kommt, wenn ich im Auto sitze, den Helm aufhabe und die erste Prüfung beginnt. Dann geht es richtig los."

SID: "Die Co-Piloten bei VW arbeiten sehr eng zusammen. Kommt da nicht irgendwann auch die Rivalität durch?"

von Zitzewitz: "Das Schöne ist ja, dass wir im Auto alleine sind. Wir haben keine Verbindung nach außen, Fahrer und Co-Pilot müssen das Beste aus dem Rennen machen. Man fightet nicht direkt gegen den Anderen, sondern kämpft alleine im Auto gegen die Strecke, gegen die Herausforderung, gegen die Uhr, und sieht dann am Ende, was dabei herausgekommen ist. Deswegen ist es einfacher, einen fairen und guten Umgang miteinander zu haben und außerhalb des Autos gut zusammenzuarbeiten."

SID: "Wen sehen Sie als die härtesten Konkurrenten um den Sieg?"

von Zitzewitz: "Zum einen natürlich unsere Teamkollegen, allesamt. Und dann sehe ich natürlich ein großes Potenzial bei Stephane Peterhansel und Jean-Paul Cottret im BMW-X-raid. Und auch Joan Roma mit Michel Perin im zweiten X-raid darf man nicht unterschätzen. Aus der Richtung sehe ich die Haupt-Konkurrenz."

SID: "Gibt es irgendwelche Passagen oder Abschnitte, auf die Sie sich ganz besonders freuen?"

von Zitzewitz: "Ich freue mich auf die dritte Etappe. Die findet in einem Gelände statt, in dem wir beim letzten Mal die zwölfte Etappe hatten und das Rennen eigentlich für uns entschieden haben. Das war eine sehr schöne Etappe mit sehr schöner Landschaft, mit riesigen Dünen, die in die Felsen hineinlaufen. Ich freue mich darauf, das wiederzusehen und dort wieder langzufahren. Ansonsten bin ich sehr gespannt auf die Atacama-Wüste, die wir beim letzten Mal nur am südlichen Rand so ein bisschen gekratzt hatten. Jetzt fahren wir die ganze Atacama durch bis ganz nach Norden an die peruanische Grenze. Das wird sehr spannend und ist für die meisten von uns auch wieder neu."

SID: "Wird das dann auch die härteste Prüfung durch die Dünen der Atacama?"

von Zitzewitz: "Das wird definitiv eine sehr harte Prüfung. So weit ich recherchiert habe, werden wir im Norden der Atacama gar nicht so viele Dünen haben, sondern sehr viel Querfeldein, Offroad durch unwegsames Gelände mit geringer Durchschnittsgeschwindigkeit. Für das Auto, für Mensch und Material wird das sehr hart werden. Ich sehe den Knackpunkt der Rallye durchaus im Norden der Atacama-Wüste an den Tagen rund um den Ruhetag."

© SID

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