Motorsport Tourenwagen-WM
BMW startet Unternehmen Titelverteidigung

Viermal fand die Tourenwagen-WM bislang statt, jedes Mal stand am Ende ein BMW-Pilot als Titelträger fest. Heute startet die Rennserie in Curitiba/Brasilien in die fünfte Saison.

24 Fahrer aus 13 Ländern, 24 Rennen auf vier Kontinenten, vier große Automobilhersteller: Die Tourenwagen-WM will auch in ihrer fünften Saison die Motorsport-Fans auf der ganzen Welt in ihren Bann ziehen. Bei den ersten beiden Läufen am Sonntag in Curitiba/Brasilien (17.00 und 20.00 Uhr MEZ/live bei Eurosport) beginnt dabei die Jagd auf Klassen-Primus BMW, der in der WM-Geschichte bislang alle vier Fahrerkronen und die letzten drei Herstellertitel seit der Wiedereinführung 2005 nach München geholt hat.

"Wir wollen nach dem letzten Rennen wieder an der Spitze stehen, sowohl in der Fahrer- als auch in der Herstellerwertung", formuliert BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen das eindeutige Saisonziel, das die Münchner mit dem Erfolgsquintett des vorigen Jahres erreichen wollen. Neben Jörg Müller aus Hückelhoven, der in dieser Saison sein zehnjähriges "Dienstjubiläum" bei BMW feiert und einziger deutscher Werksfahrer in der WM ist, sowie dem dreimaligen Weltmeister Andy Priaulx (Großbritannien) schickt Theissen wieder Augusto Farfus aus Brasilien, den beinamputierten Italiener Alessandro Zanardi und Felix Porteiro aus Spanien ins Rennen.

BMW legte 2007 in Curitiba den Grundstein für den Titel

"2007 haben wir mit einer starken Vorstellung in Curitiba den Grundstein für unseren Erfolg gelegt", erinnert Theissen an die beiden Dreifachsiege von Müller, Priaulx und Farfus: "Und wir sollten dort auch in diesem Jahr konkurrenzfähig sein." Chevrolet und Seat wollen allerdings die Erfolgsserie der Weiß-Blauen beenden und ziehen dafür alle Register.

Seat-Sportdirektor Jaime Puig hatte bei der Teampräsentation in Madrid angekündigt, 2008 die Nummer eins werden zu wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden alle fünf Werksfahrer der Spanier mit Dieselmotoren ausgestattet, die nicht unumstritten sind und in der zweiten Jahreshälfte 2007 für Furore gesorgt hatten. Der Automobil-Weltverband FIA kennt zwar die Eckdaten des Triebwerkes, will aber erst nach den ersten drei Veranstaltungen in Curitiba, Puebla/Mexiko und Valencia eine endgültige Entscheidung über die Einstufung des Diesels treffen. Allerdings hat das FIA-Büro bereits angekündigt, gegebenenfalls sogar an einem Rennwochenende ins Reglement eingreifen zu wollen, "falls es die Situation erfordert".

Konkurrenz schläft nicht

Jedenfalls gelten Vize-Weltmeister Yvan Muller (Frankreich), die beiden früheren Formel-1-Piloten Gabriele Tarquini (Italien) und Tiago Monteiro (Portugal) sowie Jordi Gene (Spanien) und Rickard Rydell (Schweden) in ihren Seat als Geheimfavoriten.

In seinem vierten WM-Jahr will auch das Chevrolet-Team den Sprung ganz nach vorn schaffen. Der ehemalige DTM-Pilot Alain Menu (Schweiz) hat als erfolgreichster Fahrer 2007 mit fünf Siegen und fünf Pole Positionen bereits das Potenzial angedeutet. Aber insgesamt elf Nullrunden verhinderten den großen Coup, den jetzt neben Menu noch Nicola Larini aus Italien und der Brite Robert Huff ins Visier nehmen. Neu dabei als vierter Hersteller nach dem Rückzug von Alfa Romeo ist Honda. Die Japaner werden allerdings frühestens in Puebla ins Geschehen eingreifen.

Privatfahrerwertung gut dotiert

In der lukrativen Privatfahrerwertung, in der 384 000 Euro Preisgeld ausgezahlt werden, gehört der frühere DTM-Pilot Franz Engstler (Wiggensbach) zum engeren Favoritenkreis und wird neben Werkspilot Müller, dessen 2007er-BMW er gekauft hat, die deutschen Farben vertreten.

Neu im Kalender mit zwölf Sonntagen und 24 Läufen, die alle von Eurosport live übertragen werden, sind der ehemalige Formel-1-Kurs in Estoril/Portugal (13. Juli) sowie Okayama/Japan (26. Oktober). Das einzige WM-Gastspiel auf deutschem Boden geht am 31. August traditionell in Oschersleben über die Bühne.

© SID

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