Motorsport Tourenwagen-WM
Kollision kostet Müller die Gesamtführung

In der Tourenwagen-WM hat Jörg Müller beim Heimspiel die Führung in der Gesamtwertung verloren. Beim zweiten Lauf in Oschersleben wurde der BMW-Werkspilot in eine Kollision verwickelt und schied aus.

Unverschuldet hat Jörg Müller seine Führung in der Tourenwagen-WM am Sonntag beim Heimspiel in Oschersleben abgeben müssen. Nach Platz vier im ersten Lauf, in dem Seat-Pilot Yvan Muller (Frankreich) mit dem ersten Diesel-Sieg WM-Geschichte schrieb, wurde der BMW-Werkspilot aus Hückelhoven im zweiten Rennen von dessen Teamkollegen Jordi Gene (Spanien) schon in der ersten Kurve von der Strecke gerempelt.

Farfus übernimmt die Spitze

"Natürlich bin ich nicht happy", meinte der 37-jährige Müller, nachdem der erste Ärger verraucht war: "Aber sechs Punkte Rückstand sind nicht die Welt. Beim nächsten Rennen in Brands Hatch greife ich wieder an." Diese sechs Punkte liegt Müller mit 63 Zählern jetzt hinter seinem brasilianischen Teamkollegen Augusto Farfus (69) zurück, der den zweiten Lauf vor Weltmeister Andy Priaulx (Großbritannien) in einem weiteren BMW 320si gewann und den Münchnern den zehnten Sieg in zwölf EM- und WM-Läufen in Oschersleben bescherte.

Auch Priaulx (68) zog in der Gesamtwertung wieder an Müller vorbei, der den Briten im ersten Lauf bei seiner Fahrt auf Rang vier noch hinter sich gehalten hatte. Pech hatte neben Müller auch der zweite deutsche Pilot Peter Terting. Der 23-Jährige aus Kempten schied bei seinem WM-Comeback als Gaststarter in einem Seat im ersten Rennen schon in der ersten Runde aus und belegte im zweiten Lauf Rang 22.

Müller dagegen, der nach dem Vizetitel des Vorjahres in diesem Jahr Weltmeister werden will, hatte eigentlich einen guten Start ins zweite Rennen erwischt und sich bis zur ersten Kurve vom fünften auf den dritten Platz vorgearbeitet. Dann fuhr ihm jedoch Gene in die Seite und drückte ihn durchs Kiesbett in einen Reifenstapel. "Dabei ist meine Hinterradaufhängung so stark beschädigt worden, dass ich aufgeben musste", sagte Müller, der in der vierten Runde frustriert die Box ansteuern musste.

"Keine Chance, zu überholen"

Im ersten Lauf hatte Müller noch fünf Punkte geholt und seinen Führung vor Farfus (7.) und Priaulx (5.) noch ausgebaut. Den Sprung aufs Treppchen hatte ihm aber der Brite James Thomson verwehrt, der in der turbulenten Startphase am BMW-Piloten vorbeigeschlüpft und ihn danach hinter sich hielt. "Hier gibt es keine Chance, zu überholen", meinte Müller. Zwei Massencrashs hatten schon nach wenigen Metern bereits neun von 26 Autos aus dem Rennen geworfen.

Komplett leer gingen in Oschersleben die Chevrolet-Piloten Nicola Larini (Italien/48) und Alain Menu (Schweiz/45) aus, auch der beinamputierte Italiener Alessandro Zanardi, der 2005 in Oschersleben als erster behinderter Rennfahrer ein WM-Rennen gewonnen hatte, holte bei einem Ausfall und einem 15. Platz keine Punkte.

Neue zweite Kraft hinter dem führenden BMW-Trio ist Seat, das durch Muller schon beim zweiten Einsatz des neuen Diesels den ersten Sieg holte. "Es war ein Risiko, den Diesel einzusetzen, aber wir sind es eingegangen", meinte Muller, der den ersten Lauf vor Markenkollege Gabriele Tarquini (Italien) in einem alten benzingetriebenen Seat gewann: "Ich bin stolz auf den ersten Diesel-Sieg, auch wenn mir die historische Tragweite noch gar nicht richtig bewusst ist." Nach den Plätzen fünf und sieben im zweiten Lauf belegen Muller (56) und Tarquini (51) jetzt die Ränge vier und fünf im Gesamtklassement.

© SID

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