Motorsport Verband
Israel: Mosley ein- und wieder ausgeladen

Das israelische Sportministerium hat eine Einladung an FIA-Präsident Max Mosley nach wenigen Stunden zurückgezogen. Sportminister Galeb Majadle hatte vom Sex-Skandal um Mosley nichts gewusst.

FIA-Präsident Max Mosley hat weiter mit Konsequenzen aus dem Skandal um sein Sex-Video zu kämpfen. Wenige Stunden nachdem der israelische Sportminister Galeb Majadle den Chef des Automobil-Weltverbandes nach einem Treffen am Rande der WM-Premiere der Jordanien-Rallye offiziell nach Israel eingeladen hatte, machte der Regierungsvertreter einen hoch offiziellen und nachdrücklichen Rückzieher.

Einladung "sofort zurückzuziehen"

"Der Minister, dem der Skandal um Mosleys Namen nicht bewusst war, möchte klarstellen, dass die Einladung nicht an die Person Max Mosley gerichtet war, sondern an den Repräsentanten der FIA als einer weltweiten Organisation", teilte das Ministerium in einer offiziellen schriftlichen Erklärung mit: "Als der Minister über den Skandal in Kenntnis gesetzt wurde, bat er darum, jegliche offizielle Einladung an Mosley sofort zurückzuziehen, bis er sich zu Hause in Israel näher mit dem Thema befassen kann." Die Worte "sofort zurückzuziehen" waren dabei in der Erklärung besonders hervorgehoben.

Max Mosley zeigte sich in einer ersten Reaktion verständnisvoll. Er könne die Umstände der Abläufe seiner Ein- und Ausladung verstehen, "und werde mich wieder mit dem Minister in Verbindung setzen, wenn die Lügengeschichten um meine Person aus der Welt sind", ließ der Engländer am Freitagabend in einer offiziellen Erklärung verbreiten.

Der heftig in der Kritik stehende Mosley war in einem von einer britischen Boulevard-Zeitung veröffentlichten Sex-Video mit fünf Prostituierten zu sehen. Den von der Zeitung hergestellten Nazi-Hintergrund hat der Sohn des britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley allerdings zurückgewiesen. Gerade für Israel dürfte dieser Aspekt aber besonders bedeutsam sein, zumal sich auch der Automobilklub des Landes bereits entschieden von Mosley distanziert hatte.

Abstimmung über Mosleys Zukunft am 3. Juni

Am 3. Juni befasst sich die Generalversammlung der FIA in Paris in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Skandal und wird in geheimer Abstimmung darüber entscheiden, ob der 67 Jahre alte Brite weiter bis zum offiziellen Ende seiner Amtszeit im Herbst 2009 FIA-Chef bleibt. Erst für diesen Zeitpunkt hatte Mosley zuletzt selbst seinen Abschied angekündigt.

Unterdessen hat der FIA-Präsident bei seinem Rallye-Besuch in Jordanien zurückgewiesen, dass er der Formel 1 ausweiche. Die Visite bei der Rallye sei wichtig, ein Besuch beim zeitgleich stattfindenden Großen Preis von Spanien in Barcelona habe dagegen nie zur Debatte gestanden. Zuletzt hatte das Königshaus von Bahrain Mosley nahe gelegt, nicht zum Formel-1-Rennen in den Golfstaat zu kommen. Die Visite in Jordanien ist sein erster offizieller Auftritt seit Bekanntwerden des Skandal-Videos.

Der "Königsklasse" will Mosley aber beim Großen Preis in Monaco am 25. Mai einen Besuch abstatten, rund eineinhalb Wochen vor der FIA-Sitzung. Schließlich lebe er in Monaco, erklärte der Brite dem englischen Fachmagazin Autosport. Außerdem hätte er im Vorjahr auch nur dort den Grand Prix besucht, wenn er nicht wegen der Spionageaffäre um Mclaren-Mercedes hätte nach Spa kommen müssen.

© SID

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