Motorsport

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Motosportchef: Norbert Haug verlässt Mercedes

Er war das Gesicht von Mercedes, unter ihm fuhr das Unternehmen sechs Formel-1-Titel ein: Norbert Haug verlässt nach 22 Jahren Mercedes. Grund könnte eine von Niki Lauda eingefädelte Neuaufstellung von Mercedes sein.

Norbert Haug und Mercedes trennen sich. Quelle: dpa
Norbert Haug und Mercedes trennen sich. Quelle: dpa

München/DüsseldorfNorbert Haug beendet seine mehr als 22-jährige Karriere als Leiter Motorsport von Mercedes-Benz. In gegenseitigem Einvernehmen mit dem Vorstand wird Haugs Vertrag  zum Jahresende aufgelöst, teilte Daimler am Donnerstag überraschend mit. Die Vorbereitungen für die kommende Rennsport-Saison liefen aber wie geplant weiter.

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Der ehemalige Motorsportjournalist hat den Bereich Motorsport seit dem 1. Oktober 1990 geleitet. Seither gewann Mercedes mit seinen Partnern insgesamt sechs Formel 1-Weltmeistertitel und holte 87 Formel-1-Siege. In der DTM holten Mercedes-Teams unter Haugs Leitung insgesamt 32 Titel.

Seit dem ersten DTM-Titelgewinn 1992 waren die Mercedes-Teams bei 54 Prozent aller DTM-Rennen siegreich. Rund 60 Prozent aller DTM-Titel (Fahrer/Hersteller/Teams) der letzten 21 Jahre holten die Teams mit dem Stern. In Haugs Amtszeit fuhren die Mercedes-Teams insgesamt 986 Rennen, 439 davon wurden gewonnen. Das ist eine Siegquote von 45,4 Prozent.

Formel 1

„Norbert Haug war über 20 Jahre lang das Gesicht des Motosport-Engagements von Mercedes-Benz. Er hat für mich eine ganze Ära geprägt – und als Highlight die erfolgreiche Rückkehr der Silberpfeile in die Formel 1 verantwortet“, sagte Mercedes-Vorstandschef Dieter Zetsche.

Auch Haug selbst äußert sich ebenfalls zu dem Ende einer Ära: „Ich bedanke mich für über 22 Jahre bei der besten Automobilmarke der Welt. Diese Zeit hatte keine Sekunde ohne Leidenschaft für mich parat", sagte er. Er bedankte sich für das Vertrauen, „das mir der Vorstand stets entgegengebracht und den Freiraum, den er mir bei meinen Tätigkeiten immer gegeben hat“.

Zu den Gründen für seinen Weggang sagte er nichts, wünscht seinem Team aber alles Gute. „Leider konnten wir seit der Gründung unseres eigenen F1-Werksteam seit 2010 unsere eigenen Erwartungen mit einem Sieg 2012 noch nicht erfüllen, aber die Weichen sind für Erfolge gestellt und das Team und unsere Fahrer werden alles geben, diese zu erreichen“, sagte Haug.

Ganz leise hatte Haug anlässlich seines 60. Geburtstages im November schon mal mit neuen Zielen geliebäugelt: „Ich habe sehr viele Gedanken an Soziales, an Gerechtigkeit und daran, wie die Welt mit ihren Bewohnern tickt." Die stete Anforderung, schnell und präzise entscheiden zu müssen, seien ein echtes Fitnesstraining für ihn gewesen.

Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Formel-1-Teams, dementierte, dass er etwas mit dem Aus von Haug zu tun hat. „Ich bin total überrascht und habe erst heute davon erfahren. Es tut mir sehr leid, denn ich hätte mit Norbert gerne weiter gearbeitet“, sagte er Sky Sport News HD. Er habe stets ein gutes privates und Arbeitsverhältnis zu Haug gepflegt.

Marc Surer, Formel-1-Experte bei Sky, mag das nicht so recht glauben. „Ich denke schon, dass Niki Lauda da Einfluss hatte, der will vielleicht neuen Wind in die Geschichte bringen", sagte der frühere Formel-1-Fahrer im Telefon-Interview mit Sky Sport News HD: „Norbert Haug war jetzt 22 Jahre der Chef und hat viel gewonnen. Zuletzt lief es aber nicht gut. Er hat in der Formel 1 das nicht umsetzen können, was so vielversprechend begann. Nach dem Sieg in China wurde es schlechter. Dann hat er noch den DTM-Titel an Neueinsteiger BMW verloren. Das hat natürlich weh getan und seine Stellung geschwächt. Der Mann arbeitet 110 Prozent. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nichts mehr macht."

Lauda hatte zu seiner neuen Aufgabe auch gesagt: "Ich muss hingehen, alles aufnehmen und fragen: Wo gibt's Stärken, wo gibt's Schwächen?" Der 63-Jährige fädelte bereits die Verpflichtung von Lewis Hamilton als Schumacher-Nachfolger für die neue Saison ein. Er ist jetzt der ganz starke Mann bei Mercedes.

 

  • 24.05.2013, 11:51 UhrReini

    Liebe Leser!

    Und das alles geschieht mit meinen Erfindungen: Reduzierte Nase und konkav gestaltete "Motorhaube"!

    Bei dem Disput zwischen MERCEDES und mir ist folgende Gleichung zu benennen:
    Eine Person leiht der anderen Geld. Bei dem Gespräch zur Rückzahlung erklärt der Schuldner dem Gläubiger eiskalt, daß er nichts zurückzahlen wird, weil der Gläubiger nichts beweisen kann (man hatte keinen Schuldschein ausgestellt)!

    Genau so ist es mir bei MERCEDES ergangen: Ich vertraute der Firma blind, sodaß sie mir später rotzfrech geschrieben haben, daß ich nichts angemeldet hatte und nichts beweisen kann. Strafrechtlich mag dies richtig sein, doch zivilrechtlich besitze ich viele Möglichkeiten und ich kann denen meine Zusendung - die sie außerdem bestätigt haben - beweisen!
    Ende Mai erscheint erstmal folgender Satz in amerikanischen Zeitungen:

    "MERCEDES deceived and cheated on me three times already!"

    Mit freundlichen Grüßen!

  • 23.05.2013, 10:55 UhrReini

    Mein Satz in den USA wird folgendermaßen lauten - in Englisch: Mercedes hat mich nun schon dreimal getäuscht und betrogen!

  • 23.05.2013, 10:46 UhrReini

    Die einzige Zeitschrift, die noch nicht vor Mercedes eingeknickt ist, heißt "Wirtschaftswoche".

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