Nach Le Mans mit einem Diesel
Audi plant Revolution bei "24 Stunden von Le Mans"

Mit sechs Fahrern, zwei Autos und einem "Sparmotor" startet Audi heute um 17.00 Uhr in ein neues Automobil-Abenteuer. Die Ingolstädter wollen am Wochenende als erster Hersteller das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem Diesel-Fahrzeug gewinnen. "R10 TDI" heißt die Zauberformel, ein offener Sportwagen, komplett aus Aluminium gefertigt, mit einem V12-Motor, der 650 PS leistet und bis auf 325km/h beschleunigt. Dass das neue Auto auch durchaus erfolgreich sein kann, zeigt die Pole-Position Le-Mans-Rekordgewinner Tom Kristensen, zusammen mit seinen Teamkollegen Rinaldo Capello (Italien) und Allan Mcnish (Schottland). Das Schwesterauto von Frank Biela (Neuss), Emanuele Pirro (Italien) und Marco Werner (Ermatingen) lag auch nur 0,118 Sekunden hinter der Bestzeit von 3:30,466.

"Das ist das Rennen des Jahres, die größte Herausforderung für Audi. Wir stellen uns einem Abenteuer, das noch keiner gewagt hat", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich dem Sport-Informations-Dienst (sid). Seit zwei Jahren habe er eine Vision, erzählt Ullrich, und die lebt er seinen Mitarbeitern in Ingolstadt jeden Tag vor: "Seit ich mich mit diesem Projekt beschäftige, war für mich klar, dass ich selbst Diesel fahre." Es gibt aber sicher härtere Prüfungen, als jeden Morgen mit einem A6 3.0 TDI (70 000 Euro) zur Arbeit zu kommen.

Winterkorn will in die Geschichtsbücher

Auch Audi-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn findet Diesel super und drückt seiner Mannschaft beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe die Daumen. "Das Le-Mans-Projekt wird unseren Technikern helfen, noch mehr aus der TDI-Technologie zu holen." Jedes zweite Auto aus Ingolstadt werde schon heute mit TDI-Motor ausgeliefert. Winterkorn: "Wir haben jetzt die einmalige Chance, uns in die Geschichtsbücher des Motorsports und der Diesel-Technologie einzutragen."

Die sechs Fahrer sollen dafür sorgen, dass auch die 74. Auflage ganz im Zeichen der Ringe steht. Fünfmal hat Audi mit dem Vorgängermodell R8 in Le Mans gewonnen, "König Kristensen" bringt es sogar auf sieben Siege - damit hat er sich bereits im Guinnessbuch der Rekorde verewigt.

Kristensen spürt "Flugzeuge im Bauch"

"Major Tom" hat noch nicht genug und plant den achten Streich. "Le Mans ist jedes Jahr eine neue Herausforderung. Ich habe größten Respekt vor diesem Rennen", sagt Kristensen. Mit dem neuen R10 TDI sei Le Mans in diesem Jahr noch einzigartiger. "Das Diesel-Projekt ist völlig neu, wir alle haben etwas Flugzeuge im Bauch. Es hat ja noch niemand etwas Vergleichbares probiert. Unsere Techniker haben hart und großartig gearbeitet", meint der Däne. Es werde nun darauf ankommen, dass man für alles, was im Rennen an Problemen auftreten kann, Lösungen parat habe, sagt Kristensen.

Nach insgesamt 30 000 Testkilometern und rund 1 500 Stunden auf den Motorprüfständen fiebert Audi dem Ernstfall entgegen. Mehr als 200 000 Zuschauer werden zu dem Spektakel erwartet, das am Samstag wegen der Fußball-WM erst eine Stunde später als gewohnt um 17.00 Uhr gestartet wird. Rekordgewinner ist Porsche; die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen brachte es auf 16 Gesamtsiege beim berühmtesten Langstreckenrennen der Welt, das erstmals 1923 ausgetragen wurde.

© SID

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