Nascar-Serie
US-Motorsport rast auf finanziellen Crash zu

Michael Schumacher, Felipe Massa, Lewis Hamilton? Für US-Motorsportfans sind das Randfiguren. Was den Deutschen die Formel 1, ist für Amerikaner die Nascar-Serie: Am Sonntag beginnt in Florida die Saison mit den „Daytona 500“. Angesichts der Wirtschaftskrise wird es die schwerste der Geschichte.

LOS ANGELES. Das 500 Meilen lange Rennen im Bundesstaat Florida ist die größte und teuerste Veranstaltung des Jahres. Mit ihr beginnt der Sprint Cup, die erste Nascar-Liga. Sie ist nach ihrem Sponsor, dem Mobilfunkanbieter Sprint Nextel benannt. Die Fans nennen die Daytona 500 auch „The Great American Race“ oder den „Super Bowl des Motorsports“.

Gemessen an den Zuschauerzahlen ist die Nascar-Serie Amerikas zweitbeliebteste Sportart. Im Schnitt sitzen fast acht Millionen Fans bei einem Rennen vor den Fernsehern – nur Football erreicht ein größeres Publikum. Die Veranstalter in Daytona erwarten mehr als 200 000 Fans an der Rennstrecke. Zu keinem Einzel-Sportereignis in den USA strömen mehr Besucher. Mit einem milliardenschweren TV-Vertrag im Jahr 2001 wurden die Rennen zum Nationalsport. 2008 knackten die Einnahmen die Drei-Mrd.-Dollar-Marke.

Nun allerdings mehren sich die Zeichen, dass die Erfolgsgeschichte ihren Höhepunkt überschritten haben könnte. Schon in den vergangenen Jahren stagnierten die Zuschauerzahlen – die Wirtschaftskrise könnte der Nascar-Serie jetzt den größten Einbruch bescheren. Kaum ein Sport ist so von den Sponsoren abhängig. Vergangenes Jahr engagierten sich rund 400 Unternehmen mit insgesamt mehr als 1,5 Mrd. Dollar.

Geldgeber wie Home Depot, Caterpillar und selbst Hauptsponsor Sprint Nextel entlassen derzeit Tausende Mitarbeiter. Hohe Werbe-Ausgaben können die Unternehmen da weder vor ihren Beschäftigten noch vor den Aktionären rechtfertigen.

Besonders betrifft die Nascar-Veranstalter auch die Krise der Automobilbranche, die ein Drittel aller Sponsoring-Einnahmen beisteuert. Geldgeber wie Chevrolet, Ford, Toyota und Chrysler haben längst ihre Werbeetats gekürzt – auch die für die Nascar-Rennen. „Es gibt keinen Bereich bei uns, der nicht auf Kürzungen hin untersucht wird“, sagt Toyota-Geschäftsführer Lee White, der seinen Werbeetat für die Rennserie gerade um ein Viertel streichen muss.

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