
Als Willi Weber vor ein paar Jahren zu Ihnen kam und mit Ihnen arbeiten wollte, hatten Sie da geglaubt, dass Sie es wirklich bis in die Formel 1 schaffen?
Das war Ende 2006. Da war es noch ziemlich weit weg und alles noch ein bisschen schwammig. 2006 war ein schwieriges Jahr in der Formel 3, und Willi war damals so ein bisschen die Rettung. Ich hatte immer die Hoffnung und den Glauben an mich, dass ich es schaffen kann.
War es für Sie eine Ehre, dass ein Manager wie Willi Weber, der Michael und Ralf Schumacher in die Formel 1 gebracht hat und eigentlich schon auf dem "Altenteil" war, gesagt hat: Für diesen Jungen mache ich es noch einmal?
Das war schon eine kleine Ehre und für mich super.
Willi Weber hat einmal gesagt, Nico erinnert mich in vielen Dingen an Michael Schumacher, in der Art zu arbeiten, mit seinem Ehrgeiz, mit der Einstellung, sich lange mit dem Team und dem Auto zu beschäftigen. Das hätte ihm imponiert. Waren Sie schon immer jemand, der alles hinterfragt hat und alles wissen wollte?
Ich war schon immer an der Technik interessiert. Auf der einen Seite, weil man wissen sollte, mit seinem Arbeitsgerät umzugehen, und auch die Zusammenhänge verstehen sollte. Zum Beispiel was sich verändert, wenn man an einer Schraube dreht. Auf der anderen Seite, weil es mich persönlich interessiert und ich Spaß daran habe, auch mitreden zu können, wenn die Ingenieure in den Briefings diskutieren.
Das war sicher auch einer der Gründe, dass Sie bei Williams auch schon auf eigenen Wunsch in verschiedenen Abteilungen der Fabrik mitgearbeitet haben. Gibt es irgendein Teil am Auto, das Sie auch alleine bauen könnten?
Ich habe schon Karbonteile gebaut, auch wenn es nur kleine waren, die nicht ganz so wichtig sind.
Wenn man weiß, wie viel Arbeit der Mechaniker in solchen Teilen steckt, geht man dann vielleicht umso vorsichtiger mit dem Auto um?
Wenn man fährt, denkt man nicht an solche Sachen. Aber man muss natürlich immer mit einer gewissen Verantwortung mit dem Auto umgehen. Aber wenn es an die Rennen geht, dann denkt man ans racen.
Sie wohnen seit einiger Zeit schon in England, in Oxford. Haben Sie sich schon an die Mentalität der Leute dort gewöhnt?
Ich komme mit den Engländern gut klar und fühle mich dort auch sehr wohl. Ich bin aber nach wie vor auch zu Hause in Emmerich.