Nick Heidfeld
Nach der Aufbauphase ist der Titel das Ziel

Über die Rolle des Mitläufers ist Nick Heitfeld in seiner Formel-1-Karriere noch nicht hinausgekommen. Die vergangenen zwei Winter musste „Quick Nick“ sogar um seinen Arbeitsplatz zittern. Deshalb dürfte ihm der Dreijahres-Vertrag, den er nun bei BMW-Sauber unterschrieben hat, wie eine Rentenversicherung vorkommen.

HB STUTTGART. Nach vielen Zittersaisonen und ständig drohenden Karriereknicks ist „Quick Nick“ endlich am Ziel seiner Träume: Der Dreijahres-Vertrag mit dem neuen BMW-Sauber-Team bietet Nick Heidfeld die Perspektiven, die er in der Formel 1 bislang vergeblich gesucht hatte. Kein Wunder, dass der 28 Jahre alte Rennfahrer nun „mit mehr Herzblut“ bei der Sache ist. „Das ist für mich etwas Größeres und ein langfristiges Projekt.“

Heidfeld schreckt nicht, dass er wegen der anstehenden Aufbauphase der Blau-Weißen in dieser Saison wohl kaum mit dem Vorstoß an die Spitze rechnen kann: „Ich denke langfristig. Es ist das klare Ziel von BMW und mir, in ein paar Jahren Weltmeister zu werden.“ Mit einer erneuten Nebenrolle im Titelrennen im Schatten der wahrscheinlichen Hauptakteure Michael Schumacher, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen hat der wegen seiner ruhigen Art von vielen unterschätzte Mönchengladbacher kein Problem.

Für ihn ist entscheidend, dass BMW-Sauber ein viel versprechendes Projekt für die Zukunft und seine Position unangefochten ist, solange er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Teamchef Mario Theissen zählt zu Heidfelds größten Fans und Förderern, so dass er faktisch vor Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve die Nummer 1 ist. Zwei Millionen Dollar Ablöse ließ es sich der Münchner Konzern kosten, den Wunschkandidaten von seinem Ex-Partner Williams freizukaufen. Wie viel Heidfeld BMW wert ist, zeigen auch die schätzungsweise fünf Millionen Jahresgehalt - und das, obwohl der WM-Elfte des Vorjahres noch keinen Grand-Prix-Sieg und erst vier Podestplätze vorweisen kann.

Villeneuve ist da schon ein anderes Kaliber: Der Kanadier kam bislang auf elf Erfolge und den WM-Titel 1997 als Krönung. Allerdings fuhr er seit seit seinem letzten Grand-Prix-Sieg auf dem Nürburgring (28. September 1997) der Spitze hinterher. Zuletzt zeigte Villeneuve einen klaren Aufwärtstrend, so dass Heidfeld sich durchaus hüten muss. Allerdings nur aus sportlichen Gründen. Schläge muss er von seinem neuen Teamkollegen nicht mehr befürchten. Als sich die beiden Piloten im August 2000 auf dem A1- Ring in Österreich in die Quere kamen, drohte Platzhirsch Villeneuve dem deutschen Formel-1-Frischling sogar eine Ohrfeige an. „Da hat er mich beschuldigt, ich hätte ihn von der Straße drängen wollen“, schilderte Heidfeld den handfesten Krach im Nachhinein leicht amüsiert. „Er wollte mir eine runterhauen. Damals hat er das bei jedem Neuling gemacht, um ihn einzuschüchtern.“

Für Heidfeld ist der Streit aber längst Schnee von gestern. Schließlich müssen er und der Kanadier trotz aller Konkurrenz BMW- Sauber gemeinsam voranbringen. Und noch eine Gemeinsamkeit teilen der ruhige Rheinländer und der rebellische, extrovertierte Villeneuve: Beide leben in der Schweiz und haben es so nicht weit zur Sauber- Fabrik in Hinwil. „Wenn die irgendetwas vergessen haben, rufen sie einfach an und ich bin sofort da“, sagte Heidfeld, der mit Freundin Patricia und Töchterchen Juni am Zürichsee wohnt.

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