Nürburgring
Formel 1 kämpft um Kundschaft

Vor wenigen Jahren noch kämpften die Formel 1-Fans um Karten und Plätze. Jetzt läuft es umgekehrt: Die Motorsport-Branche am Nürburgring muss die gewohnten Scharen anlocken.

HB NÜRBURGRING. Selbst Bernie Ecclestone war beeindruckt. „Ein tolles Konzept. Das ist klasse für die Zuschauer. Gut, dass jemand auf diese Idee gekommen ist“, sagte der Brite nach seinem Besuch im Formel-1-Erlebnispark von BMW am Nürburgring. Mit allen Mitteln wird in der Branche mittlerweile um die Kundschaft gekämpft. „Wir haben von den Fans gelernt, dass sie Nähe, Information und Selbsterfahrung wollen, dass sie ein Erlebnis zum Erzählen und ein Souvenir oder ein Foto zum Herzeigen mit nach Hause nehmen möchten. Wir haben ganz neue Ideen entwickelt, um diesen Wünschen zu folgen“, sagte BMW- Motorsportdirektor Mario Theissen.

So ändern sich die Zeiten. Auf dem Höhepunkt des Schumacher-Booms strömten die Fans in Scharen in die Eifel. Nun werden sie mit Sonderangeboten und Sonderaktionen angelockt. Schon drei Tage vor dem Großen Preis von Europa am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) wurden die Motorsportfans durch die Boxengasse gelotst und mit Bussen über die 5,148 Kilometer lange Strecke gefahren. Ganz Glückliche gewannen per Los eine Taxifahrt mit Ralf Schumacher oder einer anderen Grand-Prix-Größe. Andere Formel-1-Verrückte durften auf der legendären Nordschleife im eigenen Wagen Vollgas geben. 20 000 Schüler kamen am Freitag zum Informatik-Tag. Unter Beteiligung des Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte die Nürburgring GmbH Pennäler aus Rheinland-Pflaz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und dem Saarland zum Nulltarif eingeladen. In der „Erlebniswelt Nürburgring“ wurden Autogrammstunden veranstaltet und die Besucher mit Live-Musik unterhalten.

Im Pit-Lane-Park von BMW können sich die Fans in Ruhe umschauen und selbst Formel 1 spielen. Sie können Reifen wechseln oder im Rennoverall ins Cockpit schlüpfen und sich dabei fotografieren lassen. Interaktive Quizrunden fordern und fördern das Grand-Prix- Wissen. Die BMW-Fahrer Nick Heidfeld, Jacques Villeneuve und Robert Kubica schauten vorbei, um Fragen zu beantworten. „Wir wurden regelrecht überrollt. Der Zuspruch ist gigantisch“, sagte Theissen. Schon beim nächsten Grand Prix in Barcelona am Sonntag in einer Woche wird der Themenpark wieder aufgebaut. Auch Mercedes und andere Hersteller kümmerten sich intensiv um die Fans.

Die Wirtschaft in der Eifel-Region profitiert von dem bis 2009 gesicherten Rennen. Etwa 3 000 überwiegend kleine Unternehmen, Geschäfte, Hotels und Privatpensionen mit etwa 15 000 Beschäftigten rund um den Ring partizipieren am Konsum der Grand-Prix-Kundschaft. „Seit die Formel 1 1995 hierher zurückgekehrt ist, gab es etwa zwei Millionen Übernachtungen, und die Gastronomie verzeichnete einen Umsatz von 50 Millionen“, erläuterte Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz. An das Land Rheinland-Pfalz, das den Grand-Prix- gerechten Umbau der einstigen Traditionsstrecke mit mehreren Millionen Euro unterstützt hat, flossen laut Kafitz „über 50 Millionen Mehrwertsteuereinnahmen“ zurück.

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