Ohne Motor in der Formel 1
Das Dilemma von Red Bull

Red Bull braucht einen neuen Formel-1-Motorenpartner. Doch dem früheren Party-Rennstall läuft die Zeit davon. Besitzer Dietrich Mateschitz ist die Schlüsselfigur. Sieben Fragen, sieben Antworten.
  • 0

Die Zeit läuft ab. Die ungeklärte Motorenfrage bringt Red Bull immer stärker in Bedrängnis. Wer wird das frühere Formel-1-Team von Sebastian Vettel künftig mit Aggregaten beliefern? Sollte Besitzer Dietrich Mateschitz tatsächlich die Reißleine ziehen, wenn sich kein starker Partner finden sollte? Die Brennpunkte.

Unter welchem Druck steht Red Bull?

Ursprünglich wollte Besitzer Dietrich Mateschitz bis Ende Oktober eine Lösung finden - seine neue Frist läuft bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi. Teamchef Christian Horner räumte bereits ein, dass der Zeitplan sehr eng sei, wenn bis zum Start der Tests im Frühling in Barcelona das neue Auto von Red Bull und des Schwester-Rennstalls Toro Rosso fertig sein soll. „Unser Team in Milton Keynes hat schon gezeigt, dass es auch mit sehr engen Deadlines arbeiten kann”, versicherte Horner. Der Zeitdruck ist aber immens.

Was schreckt mögliche Motorenpartner ab?

Seit dem Umstieg von V8-Saugmotoren auf V6-Turbomotoren zur Saison 2014 ist Red Bull zwar nicht mehr in Titelform. Doch das Team baut immer noch vermutlich das stärkste Chassis im Feld. Kein Werksrennstall möchte sich von einem Kunden besiegen lassen. Diese Meinung dürfte Mercedes, Ferrari und McLaren mit Motorenpartner Honda einen. „Wir sind nicht die Wohlfahrt, die Red Bull helfen muss”, ätzte McLaren-Renndirektor Eric Boullier jüngst.

Ist eine weitere Partnerschaft mit Renault vom Tisch?

Es wäre eine komplette Kehrtwende von Red Bull. Schließlich hat das Team zusammen mit Toro Rosso nach eigenen Angaben den Vertrag vorzeitig zum Ende dieses Jahres gekündigt. Wiederholt hatte sich der frühere Weltmeister-Rennstall über die mangelnde Power und Zuverlässigkeit des Motors beschwert. Damit Renault und Red Bull doch ihre Partnerschaft fortsetzen, müssten Mateschitz und Renault-Boss Carlos Ghosn über ihre Schatten springen.

Wie wahrscheinlich ist noch eine Partnerschaft mit Ferrari?

Ferrari-Chef Sergio Marchionne hält eine Kooperation weiterhin für nicht abwegig - auch wenn es schon gegenteilige Äußerungen von der Scuderia gab. „Die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Red Bull bei der Entwicklung einer Power Unit bleibt eine Option, aber nicht in dem Sinne, dass Ferrari Red Bull einen gleichwertigen Motor liefert, wie er von Ferrari im Rennen genutzt wird”, sagte Marchionne am Wochenende in Mugello. Statt einer klassischen Motorenpartnerschaft hielte es der 63-Jährige für praktikabel, Red Bull zum Beispiel „im Ingenieurwesen und in der Motorenproduktion” zu unterstützen.

Seite 1:

Das Dilemma von Red Bull

Seite 2:

Nostalgie passt nicht zu Red Bull

Kommentare zu " Ohne Motor in der Formel 1: Das Dilemma von Red Bull"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%