Motorsport
Personalkarussell in der Formel 1 dreht sich schon

Die Saison ist noch nicht beendet, schon geht es in der Formel 1 darum, wer die besten Fahrer verpflichtet. Schlüsselfigur ist Michael Schumacher, dessen Team Ferrari schon mit anderen verhandelt haben soll.

Der Poker um Michael Schumacher, Kimi Raikkönen und Co. hat begonnen, obwohl das Finale der Saison 2005 in der Formel 1 noch aussteht. Besonderes Interesse gilt dabei Rekordweltmeister Schumacher, der erst Mitte nächsten Jahres über die Verlängerung seines 2006 auslaufenden Vertrages entscheiden will. Doch sein Ferrari-Team soll bereits mit Mclaren-Mercedes-Pilot Räikkönen (Finnland) verhandelt haben.

Nico Rosberg vor Sprung in die "Königsklasse"

Auch der angeblich von Toyota umworbene neue Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) hat Interesse an Schumachers Cockpit. Für 2006 steht derweil Weltmeister-Sohn Nico Rosberg als Deutscher mit finnischen Wurzeln vor dem Sprung in die Königsklasse.

"Im Fahrerlager wird momentan viel darüber geredet, dass Ferrari mit Kimi über einen möglichen Wechsel verhandelt. Die Summe, die in diesem Zusammenhang erwähnt wird, liegt bei ungefähr 50 Mill. Euro", verriet Red-Bull-Pilot David Coulthard (Großbritannien) vor dem Großen Preis von China am Sonntag in Schanghai (8.00 Uhr Mesz/live bei Premiere und RTL).

Allerdings hängt alles von Schumachers Zukunftsplänen ab. "Wenn sich Michael für eine Fortsetzung seiner Karriere entscheidet, schätze ich mal, dass er noch zwei Jahre dranhängt", verkündet sein Manager Willi Weber. Für 35 Mill. Euro jährlich.

Mclaren-Mercedes will Raikkönen halten

Angeblich 70 Mill. Euro für vier Jahre hat Mclaren-Mercedes Räikkönen für eine Verlängerung seines 2006 auslaufenden Vertrages geboten. Der "Iceman" hält sich alle Optionen offen, ist er doch nach seinem grandiosen siebten Saisonsieg in Japan noch wertvoller geworden. "Wenn er sich jetzt entscheiden würde, wäre er nicht besonders clever", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Wir versuchen, das nicht mit Geld, sondern mit der Klasse des Autos zu regeln. Dann bleibt Kimi von allein bei uns."

Alonso wäre das sicher recht, denn sein Manager Flavio Briatore pokert mit einem Wechsel seines Weltmeisters von Renault zur Scuderia. "2007 oder 2008 kann alles möglich sein, wenn Ferrari vor uns liegt", meinte der Renault-Teamchef, der mit einer Verzehnfachung von Alonsos Gehalt auf jährlich 50 Mill. Euro rechnet.

Solche Summen kann neben Ferrari wohl am ehesten Finanzkrösus Toyota zahlen. Passend dazu machte das Gerücht von einer Offerte der Japaner von angeblich 17 Mill. Euro allein für das Vorrecht auf Vertragsverhandlungen mit Alonso die Runde. Toyota dementierte umgehend.

Ralf Schumacher muss nicht zittern

Der mit einem Vertrag bis 2007 ausgestattete Ralf Schumacher muss nach derzeitigem Stand der Dinge wohl nicht um seinen Job fürchten. Stattdessen dürfte er zusätzlich zu seinem Bruder und dem vom neuen BMW-Team bis 2008 verpflichteten Nick Heidfeld einen weiteren Kollegen mit deutschem Pass bekommen.

"Nico Rosberg ist ein sehr talentierter Fahrer, er hat große Chancen auf ein Cockpit für nächstes Jahr", verkündete Rennstallchef Frank Williams beim Großen Preis von Japan. Der 20-jährige Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg (Finnland) und Champion der GP2-Serie, der eine deutsche Mutter hat, würde damit Teamkollege von Mark Webber (Australien).

Noch begehrter ist das zweite Cockpit neben Nick Heidfeld in dem nach der Übernahme von BMW ungleich potenteren Sauber-Team. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (Kanada), der noch einen bis Ende 2006 laufenden Vertrag mit Sauber besitzt, ist Favorit. "Er hatte nach seiner Formel-1-Pause Probleme, hat sich aber gesteigert", sagt BMW-Motorsportchef Mario Theissen: "Wir wollen uns bis zum Beginn der Wintertests im November entschieden haben." Michael Schumacher ist dabei keine Option. Er will - wann auch immer - seine Karriere bei Ferrari beenden.

© SID

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