Platz vier in Barcelona
Vettel schimpft auf Pirelli-Reifen

Es hat fürs Podium nicht ganz gereicht: Sebastian Vettel wird in Spanien Vierter. Den Sieg beim Grand Prix in Barcelona schnappt sich dagegen Fernando Alonso. Der Druck auf Vettel in der WM-Wertung wächst.
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BarcelonaNach dem Rückschlag im Titelrennen konnte sich Sebastian Vettel den erneuten Seitenhieb in Richtung Pirelli nicht verkneifen. „Der neue harte Reifen war ein Griff ins Klo“, stellte der dreimalige Formel-1-Champion nach seinem vierten Platz beim Grand Prix von Spanien mit Blick auf den Gummi-Hersteller angesäuert fest. „Ich war ein bisschen angefressen Mitte des Rennens, als ich merkte, dass drei Stopps nicht drin waren, und die Box darauf bestand, dass die Reifen doch länger halten sollen.“ Vettel merkte bitter an: „Als Fahrer kann man da nichts aus der Wundertüte ziehen.“ Pirelli kündigte mittlerweile an, ab dem Rennen in Silverstone eine neue Mischung zur Verfügung zu stellen.

Die ausgelassene Siegesfeier von Lokalmatador Fernando Alonso musste Vettel aber aus der Ferne miterleben. Ausgelassen schwenkte der Ferrari-Pilot nach seinem 32. Grand-Prix-Sieg die spanische Flagge. Vettel verpasste in seinem Red Bull dagegen das Podium. Sein derzeit schärfster WM-Rivale, Lotus-Pilot Kimi Räikkönen, rückte ihm im Titelrennen dicht auf die Fersen. Der Finne fuhr in Barcelona als Zweiter durchs Ziel. Felipe Massa vervollständigte mit Rang drei in Barcelona die roten Festspiele für Ferrari.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner war nicht ganz unzufrieden. „Sebastian hat alles gegeben. Die Reifen waren heute der Schlüsselfaktor. Wir haben zu viel an den vorderen Pneus verloren“, analysierte der Brite. „Es ist im Moment ein bisschen wie Schach. Und Schach ist nicht unbedingt so ein toller Zuschauersport.“

Jubel dagegen bei Ferrari. „Es war ein fantastisches Rennen. Wir sind alle glücklich, die Fans haben natürlich eine Menge geholfen“, meinte Alonso vor seiner Heimkulisse. Räikkönen zeigte sich gewohnt nüchtern: „Kein Problem für mich Zweiter zu werden. Ich versuche immer das Beste zu erreichen.“

Trotz silberner Startreihe eins reichte es für Nico Rosberg am Ende gerade mal zu Rang sechs. „Das ist einfach unerklärlich momentan. Ich bin so weit weg von dem, was mein Auto kann, um Reifen zu schonen“, zog Rosberg ein bitteres Fazit. „Sechster Platz ist jetzt aber nicht die komplette Katastrophe.“

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  • Die Augen davor zu verschließen, dass die angewandte Reifenpolitik einfach pure Grütze ist, sollte man hier aber nicht.

    Natürlich ist es ein Argument, dass Kimi und Alonso besser damit klar kamen/kommen. Trotzdem ist es ein Einschnitt ins Racing.

    Wie auf Eiern fahren und das Auto nicht am Limit bewegen können, ist nicht zielführend.

    Es war meiner Meinung nach schon ein Rückschritt die Autos mit einer Tankfüllung durchs Rennen zu schicken.

    Am besten wieder Tanken während des Rennens und Reifen wechseln wie man will (und vor allem Reifen die mehr aushalten als die Pirellis jetzt).

    Im Idealfall sogar mehr als einen Reifenlieferanten.
    Wir sind hier schließlich in der Formel 1 und nicht in der GP2!

  • Kimi und Alonso kommen doch klar mit den Reifen.
    Also sollte Vettel das auch können, und nicht rum lamentieren wie auch die Mercedes Truppe.
    Können sicherlich darauf warten, daß die Limonadentruppe neue Tricks versuchen wird, damit Vettel nicht rumheulen muß, sondern auch Plätze weiter hinten endlich als Mann akzeptieren lernt.

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