Rallye Dakar
In der Wüste die Beste sein

Stellen Sie sich vor, sie müssten am Neujahrsmorgen in ein Auto steigen. Die Straßen wären unwägbar, nicht im allerbesten Zustand, und Sie müssten dennoch möglichst schnell von A nach B fahren.

ESSEN. Jutta Kleinschmidt macht das seit 16 Jahren, dieses Jahr, hat sie am 1. Januar 567 Kilometer vor sich. Möglichst schnell muss sie von Portimao in Portugal nach Malaga in Spanien, wenn die 28. Rallye Dakar so richtig losgeht. Jutta Kleinschmidt ist Rallyefahrerin. Sie ist die Rallyefahrerin, denn sie hat 2001 die Rallye Dakar gewonnen.

„Die Dakar ist die anstrengendste, schwerste, längste und unwegsamste Rallye“, sagt die Frau, der man ihre 43 Jahre nicht ansieht. In ihrem mit Werbebannern übersähten Rennanzug sitzt sie da, die Arme verschränkt, sie strahlt Ruhe aus. Nur wenn sie von „der Dakar“ spricht, haben ihre Sätze weder Punkt noch Komma. Die Dakar ist der Mythos in ihrem Sport. „Wie die Tour de France oder Wimbledon.“

Kleinschmidt ist die erste Frau gewesen, die als Erste in Dakar ankam, der Küstenstadt im afrikanischen Senegal. Dabei mag sie diese Satzkonstruktion ganz und gar nicht. „Die erste Frau, die …“, ist für sie eine reduzierte Sichtweise. Sie wolle „geschlechtsneutral gut sein“, sagt die Frau, die schon in der Knabenschule die einzige war, die mit den Jungs Fußball gespielt hat. Wer die Dakar gewonnen hat, ist der Beste im Rallyesport, auch wenn es die Beste heißen müsste.

Frau Bundeskanzler(in) kennt diese Diskussionen. Angela Merkel hat ihre Dakar in der Politik gewonnen. „Es gibt viele Parallelen zu ihr“, sagt Kleinschmidt. „Wir haben es beide nicht leicht gehabt, weil wir uns in einer Männerwelt durchsetzen mussten.“ Das ist ein steiniger Weg, mit viel Staub, und viel Sand, wie in der Wüste, wie bei der Dakar. Da gibt es Pannen, die einen immer wieder zurückwerfen.

Die CDU-Chefin hat Kleinschmidt vor einem Jahr nach Berlin eingeladen. „Es hat mir sehr gut gefallen, weil wir nicht über Politik gesprochen haben“, sagt Kleinschmidt. An Merkel mag sie „das analytische Denken“. Deshalb brauche die Kanzlerin zwar manchmal länger, um Entscheidungen zu treffen, aber die seien dann „strategisch überlegt“. Wenn zwei studierte Physikerinnen unter sich sind, gibt es vermutlich auch wenige Gründe, über Politik zu reden. Nur ganz am Rande sei es um da Thema Steuern gegangen.

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